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Albert Friedrich Benno Dulk (1819-1884)

Albert Dulk
Wer war Albert Dulk (1819-1884)?

  • 1819 Albert Friedrich Benno Dulk wird am 17. Juni in Königsberg geboren in den Folgejahren Schule, Apothekerlehre, Chemiestudium und Apothekergehilfe.
  • 1845 Leipzig: Ausweisung nach einer Rede für die Opfer des „Volkskrawalls“
  • 1846Untersuchungshaft in Halle. Aus politischen Gründen wird Dulk die Promotion verweigert; daraufhin Promotion in Breslau mit einer Dissertation über das Dammarharz. 26.10. Hochzeit mit Johanna (Hannchen) Dulk (1823-1889); der Lebensgemeinschaft schließen sich bald Pauline (Ini) Butter (1821-1902) und Else Bussler (1824-1899) an
  • 1848 Teilnahme an der Revolution und Gründung eines Arbeitervereines. Herausgabe des Wochenblattes „Der Handwerker“
  • 1849 Austritt aus der evangelischen Kirche. Reise durch Österreich und Italien, ab November nach Ägypten
  • 1850 Reise durch Ägypten und Einsiedelei auf dem Sinai,. Juli/August Rückkehr nach Europa, im Oktober Übersiedelung in ein einsames Chalet oberhalb des Genfer Sees.
  • 1865 im Mai wird Dulk württembergischer Staatsbürger, am 17.7. durchschwimmt Dulk den Bodensee von Romanshorn nach Friedrichshafen in 6 ½ Stunden
  • 1871 Umzug nach Untertürkheim, in den Folgejahren Vortragstätigkeit über altdeutsche Mythologie und Religionskritik, Engagement für die Sozialdemokratie, Landtags- und Reichtstagskandidaturen in Stuttgart
  • 1875 Abgeordneter des Stuttgarter „Allgemeinen Deutschen Arbeitervereines“ beim Vereinigungsparteitag der Sozialdemokratie in Gotha. Dulk hält am 25.7. eine Festrede zum „Ersten Stiftungsfeste der Socialistischen Arbeiterpartei“
  • 1878 Sozialistengesetze: Verbot der Sozialdemokratie bis 1890. Verhaftung am 29.7., dem Vorabend der Reichstagswahl, am 22.10. tritt er in Heilbronn eine 14monatige Haftstrafe wegen „Vergehens gegen die öffentliche Ordnung“ und wegen „Religionsschmähung“ an
  • 1880 Teilnahme am Internationalen Freidenker-Kongreß in Brüssel

Büste von Albert Dulk am Dulkhäuschen in Esslingen - Foto:igelball
  • 1882 am 2.4. Gründung der ersten deutschen Freidenkergemeinde in Stuttgart, deren Sprecher Dulk wird
  • 29.10.1884: Tod durch Herzschlag auf dem Stuttgarter Bahnhof.
    02.11.1884:
    Überführung des Leichnams zum Bahnhof in Form einer sozialistischen Massendemonstration mit mehreren Tausend Teilnehmern
  • 1885 Enthüllung der von Arbeitern gestifteten Büste am Dulkhäusle, oberhalb von Esslingen in Liebersbronn


Dulkhäuschen oberhalb von Esslingen am Neckar im Stadtteil Liebersbronn Foto:igelball

Werkauswahl:

Orla. Dramatische Dichtung. Zürich/Wintertur: 1844, Lea. 1848, Die Wände. Königsberg 1848,
Die Verschwörung. 1848, Simson. Drama. 1859, Jesus, der Christ. Drama. Stuttgart: 1865, Konrad II. Schauspiel. Leipzig 1867, Patriotismus und Frömmigkeit. Kaiserslautern 1871T, Willa. Schauspiel. Wien 1875, Stimme der Menschheit. Christliche Glaubenslehre. Ein Lehrbuch für kirchenfreien Religionsunterricht in Gemeinde, Schule und Haus. Teil 1, Kritische Glaubenslehre. Leipzig 1875, Nieder mit den Atheisten! Ein Gespräch zwischen Frömmigkeit, Verstand und Liebe. Leipzig 1876, Was ist von der christlichen Kirche zu halten? Eine gedrängte Darstellung der Quellen und Geschichte des Christentums. Sechs öffentliche Vorträge gehalten zu Stuttgart 1876. Zürich: 1877, Stimme der Menschheit. Teil 2, Positive Glaubenslehre oder ideelle Religion. Leipzig 1880, Der Irrgang des Lebens Jesu. Stuttgart 1884, Gedichte. Ausgewählt aus seinem Nachlass. Stuttgart 1887, Sämtliche Dramen. Erste Gesamtausgabe. 3 Bde. Hrsg. von Ernst Ziel. Stuttgart 1893/94

Tipp: Albert Dulk. „Nieder mit den Atheisten!“ Ausgewählte religionskritische Schriften aus der frühen Freidenkerbewegung. Herausgegeben von Heiner Jestrabek, Reihe Klassiker der Religionskritik Band 3. IBDK-alibri, Aschaffenburg 1995.

Stuttgarter Wochenblatt vom 11.9.2003

Albert Dulk - der Rebell, Sozialist und Freidenker - kommt zu späten Ehren

Dem unkonventionellen Königsberger wird eine Straße gewidmet -
13 Jahre lebte er in Untertürkheim

UNTERTÜRKHEIM - Am 16. September 2003 wird in Untertürkheim offiziell eine Straße nach ihm benannt, dem in Königsberg geborenen Dramatiker, Revolutionär, Lebemann und Zuchthäusler, dem Sozialisten, Schriftsteller und Freidenker, dem zentralen Mitglied der Arbeiterbewegung und in der Stuttgarter Sozialdemokratie einzigen Akademiker Albert Benno Dulk (1819 - 1884).
Von 1858 bis 1871 lebte er in Stuttgart und anschließend bis zu seinem Tod in Untertürkheim. Dass die Straßenbenennung erfolgt, dafür hat sich neben den Naturfreunden und der SPD vor Ort insbesondere die Kulturmanagerin Regine Haug eingesetzt. Sie hat sich darüber hinaus mit der Biografie dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit befasst. Dabei hatte sie nicht nur Einblick in die Tagebücher von Dulk, sondern traf auch seine in Stuttgart lebende Urenkelin Ilse Walther-Dulk. Diese persönlichen Eindrücke im Hinterkopf, hat Regine Haug den folgenden Beitrag verfasst.


Das Leben von Albert Dulk, dieser bedeutenden Persönlichkeit, wurde schon oft beschrieben. Leider konzentrierten sich die Geschichte und Berichte immer wieder auf sein "Leben mit den drei Frauen", auf den Lebemann und den Atheisten.

Albert Dulk hat 13 Jahre lang in der Jakobstrasse 1 (heute Schlotterbeckstraße 1) in Untertürkheim gelebt, schaute den Zügen nach und ging täglich zu seinem Dichterhäuschen in Esslingen. Die zentrale Figur der Arbeiterbewegung und der Stuttgarter Sozialdemokraten genoss aber zeit Lebens Ansehen. Er war seinem 19. Jahrhundert politisch und gesellschaftlich weit voraus.


Das Dulk-Häuschen in Esslingen

Das von seiner Urenkelin Professor Dr. Ilse Walther-Dulk verwaltete Archiv gibt unendlich viel her. Sie hat inzwischen eines der vielen Tagebücher in einem Buch vorgestellt: "Die Flucht nach Ägypten des Albert Dulk".

Dulk hat zeit Lebens Tagebücher geschrieben. Noch befindet sich alles unentdeckt im wohlbehüteten Archiv der Urenkelin. Für mich hat es viele Einblicke in die Aufzeichnungen gegeben. Deshalb möchte ich etwas Neues über diese außergewöhnliche Persönlichkeit zusammen tragen.

Von insgesamt zehn Jahren Exil hielt sich Albert Dulk ein Jahr in Ägypten auf. Seine Vorträge über das Land am Nil begeisterten später die Zuhörer. Auch der Dichter Wilhelm Raabe traf sich mit Eduard Möricke und Albert Dulk zu Dichterkränzchen in Stuttgart. In seinem Roman "Abu Telfau oder die Heimkehr vom Mondgebirge" verarbeitete Raabe Ereignisse, die er nur in den Vorträgen von Albert Dulk gehört haben konnte. Dessen Vorträge über das Land waren nämlich äußerst lebendig und detailliert und sie machten jeden Zuhörer neugierig auf das Land der Pharaonen.

Raabes Romanfigur Leonhard Hagenbucher hat denn auch große Ähnlichkeit mit Albert Dulk. Das lässt sich an Hand des Archivs von Ilse Walther Dulk belegen.

Die Zuhörer waren fasziniert, wenn Albert Dulk den Perlengürtel des Nubier-Mädchens Dorosa herum reichte.

Eigentlich wollte Albert Dulk nur in Alexandria arbeiten. Dann entschloss er sich jedoch, als Amateur-Archäologe das Land zu erkunden. Tempel und Gräberruinen mit den Jahrtausende alten Wandmalereien hat er erforscht und bewundert. Die Säulen bezeichnete er als Phallussymbole und die Pyramiden waren für ihn bestimmt keine Nil-Wasserbehälter.

Albert Dulk forschte in Karuak, Luxor, Theben und Assuan. Der Untergang dieser blühenden Städte war für ihn seelisches Martyrium.

Die Frau und Königin im Hintergrund aber war Pauline Butter aus Leipzig. Sie lebte zeitweilig in Triest, auch mit seinem jüngsten Sohn Max Phillip. Sie war ihm geistig ebenbürtig, eine ideale Partnerin. Für sie war Albert Dulk ein Dichter. Sie liebte sein Bühnenstück "Lea", in dem er den Justizmord an Joseph Süß-Oppenheimer brandmarkt.

Überhaupt kämpft er ständig gegen den Antisemitismus, so auch in seinem "Don Juan". Hier zeigt er den Titelhelden als freiheitsliebenden Aufrührer, der beim "Frankfurter Wachensturm" den Heldentod stirbt.

Die Familiengeschichte des Albert Dulk ist ein weites Feld. Seine Mutter Emilie entstammte der reichen Verlegerfamilie Hartung. Sie starb schon 1822, da war der kleine Albert erst drei Jahre alt. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn war herzlich und verständnisvoll. Der Apotheker Friedrich Phillip war angesehen in Königsberg und praktizierte moderne Erziehungsmethoden: keine Prügel, viel Freiheit. Hier wurden die Wurzeln für den Charakter und den zukünftigen Lebensweg von Albert Dulk gesetzt. Der jüdische Hausarzt der Familie, Johann Jakoby, wurde sein Mentor.

Albert Dulk stellte sich in seiner Vaterstadt Königsberg voll und ganz hinter die bürgerliche Erneuerung. Nur ein neuer Geist konnte die Verhältnisse ändern. Dulk verfolgte wie alle Studenten seiner Zeit leidenschaftlich die politischen Geschehnisse. Besonders lag ihm die ungelöste soziale Frage am Herzen.

Dulk liebte die Provokation; beileibe war er kein Pazifist. Als Anführer einer Studentengruppe predigte er Bewaffnung und Organisation für alle. Doch die Bürgerrevolution 1848 scheiterte, die Demokratie hatte verloren. Für Dulk begann die Flucht nach Ägypten, mit der er gleichzeitig seine verworrenen Familienverhältnisse hinter sich ließ.

Zurück aus dem Land der Pharaonen unterstrich Albert Dulk sein blendendes Aussehen, auch mit entsprechender Kleidung. Sein athletischer Körperbau, seine Größe, das lange lockige Haar verlangten geradezu nach Bauschärmeln, Samtweste und Pelzmantel. Körperliche Ertüchtigung wie Schwimmen, Turnen und winterliche Bäder stellten Körper und Geist fest.

In Ägypten fand Albert Dulk aufgrund intensiver Beobachtungen seine Entwicklungstheorie bestätigt. Das war eine neue Weltsicht, die Aufarbeitung der Kultur in mehreren Entwicklungsstufen; zugleich eine Evolutionstheorie, die von Darvin und Spencer erst 1859 beziehungsweise 1862 veröffentlicht wurde. Albert Dulk schreibt schon 1850 über das Thema. Er entwickelt auch eine eigene Philosophie: "Dass das Begreifen der Erde, dessen, was wir Schöpfung nennen, zuletzt eine einzige Wissenschaft werden kann und zwar durch nichts anderes, als dass der Geist der Erde seinen Leib begreift." Übersetzt meinte er damit, dass der Mensch als irdisches Wesen die ganze Schöpfung verstehen lernen sollte.

Nicht nur dichterisch, auch politisch ist Albert Dulk aufgefallen. Als Reichstagskandidat in Feuerbach sollte er sich in einer Stichwahl mit den Regierungskandidaten messen, worüber öffentlich diskutiert wurde. Aufgrund seiner Beteiligung an der sozialdemokratischen Wahlorganisation wurde Dulk 1878 verhaftet und in das Stuttgarter Kriminalgefängnis transportiert. Er wurde zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt. Dulk berichtet darüber in seinem selbst verfassten Lebenslauf, in seinem Buch "Nieder mit den Atheisten". Ideologisch könnte man Albert Dulk als einen Vertreter der frühen Friedensbewegung bezeichnen.

Regine Haug
11.09.2003

Stuttgarter Zeitung, 17.09.2003, S. 24

Im Ort wieder eine Albert-Dulk-Straße

Eigentlich hätte Ilse Walther-Dulk, die Urenkelin des Schriftstellers Albert Dulk, gestern das neue Straßenschild in Untertürkheim enthüllen sollen. Da sie jedoch verhindert war, übernahmen Bürgermeister Klaus-Peter Murawski und Bezirksvorsteher Klaus Eggert diese Aufgabe. Die neue Albert-Dulk-Straße ist nicht die erste Straße in Untertürkheim, die dem Freigeist aus dem 19. Jahrhundert gewidmet ist. Bereits 1920 war eine Straße nach dem Sozialdemokraten, der von 1819 bis 1884 gelebt hat, benannt worden. Doch 1933 war die Straße von den Nationalsozialisten umbenannt worden: Heute heißt sie Türkenstraße. Dulk, der von 1871 bis zu seinem Tode in Untertürkheim gelebt hat, wieder eine Straße zu widmen, war nicht zuletzt eine Idee der Naturfreunde in Untertürkheim-Luginsland.

Größtenteils finanziert hat die 900 000 Euro teure Straße, die nun den Namen Albert Dulk trägt, Immobilienmanager Michael Warbanoff. Die Straße dient dem einzigen Anwohner als Anschluss: der Verkaufsniederlassung für Werksangehörige der Firma Daimler-Chrysler. kis

Mehr Infos zu Albert Dulk:

DulkAm 17. Juni 1819 wurde Albert Friedrich Benno Dulk in Königsberg geboren.

Eine, fuer diese Zeit ungewoehn- liche, Lebensgemeinschaft fuehrten die Dulks. 1846 heiratete Albert seine Johanna (Hannchen), nunmehr Dulk (1823-1889). Die Freundinnen Pauline (Ini) Butter (1821-1902) und Else Bussler (1824-1899) schlossen sich der Ehe an. In den Jahren 1848/49 kamen gleich drei Soehne zur Welt: Paul Philipp, Ludwig Phillip, Max Phillip; 1854 wurde die Tochter Anna geboren.
Aus "Nieder mit den Atheisten" Albert Dulk oder Von der Ermahnung an die Linke, den Kampf gegen die Religion nicht zu vernachlaessigen.

http://web.archive.org/web/20031019220612/
http://www.trend.partisan.net/trd0299/t410299.html



Am 29.10.1884 starb Albert Dulk, völlig überraschend, bei einer Zugfahrt von Stuttgart nach Untertürkheim.

=>Artikel anläßlich der Herausgabe des Buches: Albert Dulk / "Nieder mit den Atheisten!"
=>Straße erinnert an Albert Dulk
Familiendaten Dulk
Quelle: Dokumentation von Heiner Jestrabek
Albert Friedrich Benno Dulk wurde am 17. Juni 1819 in Königsberg als Sohn des Apothekers und Chemieprofessors Friedrich Philipp Dulk (1788-1852) und der Mutter Emilie, geb. Hartung (1787-1822), geboren.
Gymnasium und Abitur am Kneiphöfischen Gymnasium, Apothekerlehre beim Vater, Chemiestudium.
Eltern
Die Eltern von Albert Friedrich Benno Dulk

Seine drei Ehepartnerinnen

Hannchen (Johanna)

Ini Butter



Else Bußler
Hannchen (Johanna)
Dulk (1823-1889)


Cousine und gesetzliche
Ehefrau (ab 26. 10. 1846)

4 Kinder, davon erreichten zwei das
Erwachsenenalter:

Paul Philipp Dulk (1848-1908)

Ludwig Philipp Dulk (1849-1903)

Nachkommen von Paul
(Rechtsanwalt in Balingen):
2 Töchter
Nachkommen von Ludwig
(Chemiker in Berlin)
Ini (Pauline) Butter
(1821-1902)


„Gewissensehe“: 1846-1862
3 Kinder:

Max Philipp Dulk (1849-1932)

Anna Dulk (1854-1923)

Hans Dulk (1860-1868)

Nachkommen von Anna:
Albert de Pressigny

Nachkommen von Max (Chemiker):
Benno Dulk
(ebenfalls Chemiker mit 2 Töchtern)

Nachkommin:
Ilse Walter-Dulk
(Nachlassverwalterin seit 1965)
Else Bußler
(1824-1899)


Partnerin ab 1857
wohnte in Untertürkheim
bis zu ihrem Tod.

keine Kinder

Trauerzug und Ehrung am Dulk-Häusle

(von DFV Ostwürttemberg e.V.)

1884 starb Dulk, völlig überraschend, bei einer Zugfahrt von Stuttgart nach Untertürkheim. Sein Leichenzug sollte zur größten Demonstration der württembergischen Sozialdemokratie unter dem Sozialistengesetz werden. In Württemberg war die Feuerbestattung noch nicht erlaubt, deshalb zog ein Leichenkondukt zum Güterbahnhof, zur Überführung nach Gotha. Ein ungewöhnlich großes Polizeiaufgebot wurde zum "Ordnunghalten" eingesetzt: die circa 80 Stuttgarter Schutzleute nebst 40 eigens herbeigeholten Landjägern. Während des Leichenzugs war das Militär der Stuttgarter Garnison zu einem eventuellen Einsatz bereit. Am Trauerzug nahmen dem Stuttgarter Tagblatt zufolge "Tausende und Abertausende von Arbeitern ... mindestens 5-6.000" teil.
Insgesamt hatten dem Trauerzug "wohl über 25.000 Menschen angewohnt".

Stuttgarter Zeitung vom 5.7.2002

Straße erinnert an Albert Dulk

Nach mehreren Anläufen bekommt Untertürkheim wieder eine Albert-Dulk-Straße. Die Verbindungsstraße zum Prinzing-Areal soll nach dem Freidenker, Sozialisten, Schriftsteller und Frauenliebling benannt werden. Gestern hat der Verwaltungsausschuss zugestimmt. Noch vor einem Jahr waren die Pläne, eine Straße nach Albert Dulk zu benennen, am Widerstand der Gartenstadtgemeinde gescheitert.

Damals sollte der Weg, der die alte und die neue Gartenstadtkirche in Luginsland verbindet, den Namen Dulk tragen. Die Gemeinde wehrte sich mit der Begründung, dass es eine gewisse Zumutung für die Gottesdienstbesucher sei, wenn die Einstimmung auf einen Kirchenbesuch ausgerechnet über die Erinnerung an Albert Dulk erfolgen müsse. Daraufhin distanzierten sich auch viele Bezirksbeiräte. Bereits ein paar Jahre zuvor war der Plan gescheitert, den Kelterplatz in Albert-Dulk-Platz umzutaufen.

Jetzt wird also die geplante Straße zwischen dem Bruckwiesenweg und dem künftigen Daimler-Chrysler-Autohaus auf dem Prinzing-Areal an den 1884 verstorbenen Dramatiker erinnern. Interessant dabei: Zwischen 1920 und 1933 gab es bereits eine Dulkstraße in Untertürkheim.höf

Aktualisiert: 05.07.2002, 06:33 Uhr

Eine Straße wird nach Albert Dulk benannt

Landeshauptstadt Stuttgart
Referat Allgemeine Verwaltung
Gz: A 6235
GRDrs 545/2002
Verwaltungsausschuß - Beschlußfassung - öffentlich - 03.07.2002

Stadtbezirk Stuttgart-Untertürkheim

Neubenennung

Lfd.Nr. 5
Bisherige Straßenbezeichnung: ohne Bezeichnung
Straßenbeschrieb:
A= Anfang: Bruckwiesenstr. führt als Sackstraße in südwestliche Richtung
Straßenbezeichnung: Albert-Dulk-Str.

Text des Erläuterungsschildes:
------------------------------------
Albert Dulk
* 1819 - 1884
Freigeist und Schriftsteller
----------------------------------

Im vergangenen Jahr hat die Ortsgruppe Untertürkheim-Luginsland der Naturfreunde vorgeschlagen, eine Verkehrsfläche nach Albert Dulk zu benennen. Eine Straße mit seinem Namen existierte in Untertürkheim bereits von 1920 bis 1933, dann wurde sie in Türkenstraße umbenannt. 2001 bot sich keine Möglichkeit, die Anregung der Naturfreunde zu realisieren.

Albert Dulk wurde am 17. Juni 1819 als Sohn einer wohlhabenden Familie in Königsberg geboren. Er zog im Jahre 1871 nach Untertürkheim und hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein bewegtes Leben hinter sich.

Albert Dulk beteiligte sich an der revolutionären Bewegung 1848/49 und begann, seine ersten Dramen zu schreiben. Als die Revolution blutig niedergeschlagen wurde, wanderte der Schriftsteller in den Orient aus. Er bereiste nahezu mittellos Ägypten, befuhr den Nil auf Segelbooten der Fellachen und lebte unter den Einheimischen. Nach einer abenteuerlichen Wüstendurchquerung hielt sich Albert Dulk einige Monate auf dem Sinai als Eremit auf. 1850 kehrte er nach Europa zurück und lebte dann zunächst in der Schweiz, bevor er nach Stuttgart kam.

Hier lebte er mit zwei, teilweise auch drei Frauen in einer Wohngemeinschaft. Er verkehrte in literarischen Zirkeln und machte von sich reden, als er 1865 den Bodensee an seiner breitesten Stelle durchschwamm. 1875 schloss er sich als damals einziger Akademiker der Stuttgarter Sozialdemokratie an. 1878 wurde Albert Dulk als Verfasser eines sozialdemokratischen Flugblatts wegen Volksverhetzung zu einem Jahr Haft verurteilt, kurz danach zu zwei weiteren Monaten Gefängnis wegen Gotteslästerung und Kirchenschmähung. 1882 gründete er dann die Stuttgarter Freidenkergemeinde. 1884 starb Albert Dulk an einem Schlaganfall, als er den Zug von Stuttgart nach Untertürkheim besteigen wollte. Seine Beerdigung wurde zur größten Demonstration der Stuttgarter Arbeiterbewegung unter dem Sozialistengesetz.

Der Bezirksbeirat Untertürkheim hat der Benennung zugestimmt.

Die neue Verkehrsfläche wird künftig ein Autohaus erschließen, für das bereits ein Baugesuch eingereicht ist. Der Investor ist mit dem vorgeschlagenen Namen einverstanden.

Urenkelin wandelt auf Spuren von Albert Dulk
Untertürkheimer Zeitung vom 09.01.2003

Urenkelin wandelt auf Spuren von Albert Dulk

Professorin Ilse Walther-Dulk forstet ägyptisches Reisetagebuch des Uropas durch und veröffentlicht Höhepunkte

Untertürkheim (mk) - Ihren Urgroßvater hat Ilse Walther-Dulk nie gesehen und doch kennt die Literaturprofessorin den Revolutionär, Kraftmensch und Naturwissenschaftler Albert Dulk wie kein anderer Mensch. Das faszinierende Multitalent lebte 13 Jahre, bis zu seinem Tod 1884, in Untertürkheim. Als Dulks Arbeitsraum in der Schlotterbeckstraße (damals Jacobstraße) geräumt wurde, nahm zunächst Ilse Walter-Dulks Großvater und dann die Professorin die Habseligkeiten an sich. Sie komplettierte seitdem die Sammlung mit weiteren Erinnerungsstücke an ihren bekannten Vorfahren. Darunter sind die Tagebücher, die Dulk seit seinem 13. Lebensjahr verfasste. "Das Literarische an den Schriften interessiert mich natürlich am stärksten", gesteht die Urenkelin, die jedoch die vielen Facetten des Freidenkers faszinieren. Im Vorfeld der Deutschen Revolution von 1848 war unbestreitbar ihr aus Königsberg stammender Uropa einer der interessantesten und charismatischen Denker und Vorkämpfer. Nach dem Scheitern der Revolution und der Verfolgung ihrer führenden Köpfe musste Dulk fliehen.

Der wissenschaftlich interessierte Abenteurer wählte jedoch nicht das demokratische England oder die Vereinigten Staaten, sondern er reiste nach Ägypten und war damit einer der ersten deutschen Ägyptenreisenden. "Durch seine Aufschriebe in seinem Tagebuch begründete er die frühe Ägyptologie entscheidend mit", sagt die Wissenschaftlerin Walther-Dulk und lässt die Nachwelt an den Aufzeichnungen teilhaben. Denn die Höhepunkte dieser, bis jetzt noch unbekannten, Notizen, stellt sie in nur sehr behutsam gekürzter Form erstmals in einem jetzt erschienenen Buch vor. Nicht wie Fürst von Pückler-Muskau oder der Orientmaler Wilhelm Gentz, die zur selben Zeit mit einem Tross Bediensteter sich im Kreis der Herrschenden bewegten, erlebte Dulk das Land. Er war ein Wanderer, der mehr als ein Jahr immer im engen Kontakt mit der Bevölkerung lebte und Arabisch lernte. So kann er in seinem Tagebuch Hochzeiten, religiöse Prozessionen, Feste oder die Begegnung mit exotischen Einheimischen beschreiben. Besonderen Eindruck auf den wissbegierigen Dulk machten jedoch die Pyramiden, Tempel und Höhlen, in denen der Europäer waghalsig herumkletterte und alle Entdeckungen sofort seitenlang in seinem Reisetagebuch notierte. In den Grabkammern der Daschur-Pyramide übermannte ihn die Faszination so sehr, dass er der Nachwelt herrliche Zeilen seines literarischen Könnens hinterließ.

Die Beschreibungen sind im äußerst lesenswerten Buch von Ilse Walther-Dulk " Die Flucht nach Ägypten des Albert Dulk" erschienen (ISBN 3-89739-306-9).

Untertürkheimer Zeitung vom 09.01.2003


Walther-Dulk, Ilse
Die Flucht nach Ägypten des Albert Dulk
VDG-VERLAG 2002
20,50 EUR
http://www.buchkatalog.de/kod-bin/isuche.cgi?aktion=suchen&SB=3897393069 &alltitles=ja&usecookie=ja
"Nieder mit den Atheisten!"
aus http://web.archive.org/web/20031019220612/
http://www.trend.partisan.net/trd0299/t410299.html


Rezension von Heiner Jestrabek

"Nieder mit den Atheisten!"

Albert Dulk oder "Von der Ermahnung an die Linke,
den Kampf gegen die Religion nicht zu vernachlaessigen"

==>> Teil 2 <<>

Albert Dulk / "Nieder mit den Atheisten!" Ausgewaehlte religionskritische
Schriften aus der fruehen Freidenkerbewegung. Hrg. von Heiner Jestrabek.
Band 3 der Reihe "Klassiker der Religionskritik" IBDK-Verlag, Postfach 167,
63703 Aschaffenburg, 156 Seiten, kt. DM 25,-


Marvin Chlada (junge Welt): Albert Dulk - ein etwas anderer '48er
Junge Welt - Die Tageszeitung vom 30.11.1998

Albert Dulk - ein etwas anderer '48er

Von Marvin Chlada

Albert Dulks Leben steht exemplarisch für die Geschichte der radikalen Demokraten, die den Kampf um die politischen Freiheitsrechte mit der sozialen Frage verbanden. Anders als die meisten der in diesem Jahr gefeierten '48er machte Dulk nie »seinen Frieden« mit dem preußischen Obrigkeitsstaat, sondern schloß sich der sozialistischen Arbeiterbewegung an.

Obwohl eng mit Johann Jacoby befreundet, spielte Albert Dulk (1819 - 1884) in den Gedenkfeiern zur Revolution 1848 kaum eine Rolle. Dabei könnte der Dichter, Freidenker und Sozialist auf verschiedenste Weise Interesse wecken, gehört er doch zu den außergewöhnlichen Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Wilhelm Raabe, oft Gast bei Dulk in Stuttgart, gab dem Romanhelden seines Werkes »Abu Telfan oder Die Heimkehr vom Mondgebirge« (1867) Züge des sonderbaren Freundes, der eine gesicherte bürgerliche Karriere ausschlug, dafür in Königsberg ein eifriger Agitator der Revolution von 1848 war, zu Fuß von Königsberg nach Neapel und weiter nach Ägypten wanderte, als Einsiedler in einer Granitgrotte ein monumentales Jesus-Drama entwarf, durch seine Lebensgemeinschaft mit zwei, zeitweise mit drei Frauen Aufsehen erregte, mit 46 Jahren den Bodensee durchschwamm und schließlich in der Einsamkeit eines Esslinger Waldhäuschens mit religionsphilosophischen Fragen kämpfte.

Albert Dulks Leben steht exemplarisch für die Geschichte der radikalen Demokraten, die den Kampf um die politischen Freiheitsrechte mit der sozialen Frage verbanden. Anders als die meisten der in diesem Jahr gefeierten '48er machte Dulk nie »seinen Frieden« mit dem preußischen Obrigkeitsstaat, sondern schloß sich der sozialistischen Arbeiterbewegung an.

Wer heute, wie die Gedenkveranstaltungen zeigen, allein die Schlagworte »Demokratie« und »Freiheit« beleuchtet und die sozialen Forderungen verdrängt, halbiert die Geschichte. Albert Dulk wurde 1819 in Königsberg geboren. Er absolvierte eine Apothekerlehre und studierte später Chemie. Seine berufspraktischen Tätigkeiten und Studien führten ihn in verschiedene Städte, u. a. im November 1843 nach Berlin, wo er sich im Kreis der Junghegelianer aufhielt, dem »philosophischen Club der >Freien< (Max Stirner), Edgar Bauer, Guido Weiß u. a., samt weiblicher Emancipations- Elementen, in dessen nächtlichen Sitzungen zu weilen eine große Bewegung herrschte.«

Albert DulkDulk bot seine erste dramatische Dichtung »Orla« Bruno Bauer an, der diese jedoch ablehnte. Schließlich wurde das Werk von Julius Fröbel in der Schweiz verlegt. Am 26. Juli 1844 verübte Heinrich Tschech auf Friedrich Wilhelm VI. ein Attentat. Johann Jacoby riet seinem Freund Albert Dulk, das Ereignis in einem Drama zu dokumentieren. Im August 1845 sprach Dulk nach Wilhelm Jordan und Robert Blum bei der Bestattung der Opfer des Leipziger »Volkskrawalls«, was zu seiner Ausweisung durch die sächsiche Regierung führte - er tauchte vorerst unter. Vom 1. bis 28. Mai 1846 saß Dulk wegen »Orla« und des Tschech-Projekts in Halle in Untersuchungshaft. Er vollendete die Niederschrift seiner Dissertation, promovierte im August in Breslau und heiratete seine Base Johanna (Hannchen) Dulk (1823 - 1889), mit der er seit September 1839 verlobt war. Eine Habilitation wurde ihm wegen seiner politischen Vergangenheit verweigert.

Das Jahr 1848 war für Dulk sehr bewegend: Sein Jud-Süß- Drama »Lea« (nach Wilhelm Hauff, ohne dessen Antisemitismus) wurde in Königsberg uraufgeführt, er nahm teil an den »revolutionären Umtrieben« (Bürgerbewaffnung), gründete einen Arbeiterverein und gab das Wochenblatt »Der Handwerker. Ein Sonntagsblatt für die arbeitenden Klassen« heraus.

Der 30jährige unternahm Wanderfahrten durch Österreich und Italien, dann weiter in den Orient. Vom Nil aus startete er eine abenteuerliche Wüstendurchquerung, lebte wie ein Eremit zurückgezogen in einer Höhle auf der Halbinsel Sinai und kehrte - in ein arabisches Gewand gekleidet - im Juli 1850 nach Europa zurück. Dulk ließ sich mit seiner Frau am Genfer See nieder. Der Lebensgemeinschaft schlossen sich Pauline (Ini) Butter (1821 - 1902) und Else Bussler (1824 - 1899) an. Die Kinder wurden gemeinsam erzogen: »Dass aber d. eine Beziehg unter d. anderen leidet, muß ich zwar anerkennen, doch schreibe ich es nicht innerlichen Conflikten zu, sondern nur der äusseren so unvollkommenen Einrichtg der Gesellschaft und sehe gerade darin eine würdige Aufgabe, neue Formen zu finden, die der idealischen Berechtigg der Menschennatur besser entsprechen, als die jetzige faule Moral und Sitte (...)«

Im November 1858 zieht die Großfamilie um nach Württemberg. Isolde Kurz, Tochter des demokratischen Schriftstellers Hermann Kurz, erinnerte sich an Dulk als einen der »merkwürdigsten Menschen«, die ihr je begegnet seien: »Er konnte diese dreifache Ehe in Stuttgart ganz öffentlich und unangefochten durchführen, denn es wohnten in dem kleinen Schwabenland die weitherzigste Romantik Tür an Tür mit dem beschränktesten Spießertum.«

Dulk wurde Mitglied der Künstlergesellschaft »Das Bergwerk«. Er schrieb für Cottas Morgenblatt und die Wiener »Recensionen für Theater und Musik«. Zwei Jahre später war Dulk Abgeordneter des Stuttgarter Männerturnvereins beim »Allgemeinen Deutschen Turntag« in Coburg. Der Sportler wurde württembergischer Staatsbürger, durchschwamm den Bodensee an seiner breitesten Stelle in sechseinhalb Stunden, absolvierte eine Schriftsetzerlehre und engagierte sich als Landtags- und Reichstagskandidat für die Sozialdemokratie.

1875 war er Abgeordneter des Stuttgarter »Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins« auf dem Vereinigungsparteitag der Sozialdemokraten in Gotha: »... und wirkte seit dem, den eigentlichen Beruf des Volkslehrers im Auge behaltend, in der sozialdemokratischen Partei.«

Im Jahr darauf, auf dem Sozialisten-Kongreß zu Gotha 1876, sind die Esslinger Sozialdemokraten durch Dulk und Bronnenmayer vertreten. »In der Partei«, so Dulk 1879, »habe ich so viele (u. natürlich unschönere) Kämpfe wie draußen!«

Neben religionskritischen Publikationen, Wanderungen und öffentlichen Vorträgen, hielt Dulk am 18. Mai 1877 in der Stuttgarter Liederhalle eine Rede zur Totenfeier für den am 6. März 1877 verstorbenen Johann Jacoby.

Am Vorabend der Reichstagswahlen (Juli 1878) wurde Dulk wegen »Vergehens gegen die öffentliche Ordnung« und »Religionsschmähung« zu 14monatiger Haft verurteilt. Im Zellengefängnis Heilbronn vollendet er sein theoretisches Hauptwerk »Stimme der Menschheit«.

1880 nahm Dulk am internationalen Freidenker-Kongreß in Brüssel teil und wurde 1881 bei der in Frankfurt stattfindenden Gründung des Deutschen Freidenkerbundes in den zwölfköpfigen Ausschuß gewählt, der seinerseits den Vorstand zu wählen hatte. Erster Präsident des Bundes wurde Ludwig Büchner. »Freiheit«, sagte Dulk in seinem Kongreßvortrag, »ist für jedes Wesen der ungestörte vollkommene Gebrauch seiner Krafte, der volle Ausdruck der eigensten eingeborenen Gesetzlichkeit. So ist denn Freidenkertum nichts anderes als das unbehinderte und richtige Denken des Menschen.«

Nach einem Vortrag vor dem Frauenverein der Stuttgarter Freidenkergemeinde starb der 1,88 Meter große Dulk am 29. Oktober 1884 auf dem Stuttgarter Bahnhof. Da die von ihm verfügte Feuerbestattung nur in Gotha zulässig war, wurde seine Leiche am 2. November 1884 dorthin überführt. Aus Anlaß des Leichenzuges durch die Innenstadt zum Güterbahnhof kam es in Stuttgart - trotz Sozialistengesetz - zu einer großen sozialistischen Massendemonstration. Weit über 6 000 Menschen folgten dem Sarg - in der Stadt standen Polizei und Militär in Alarmbereitschaft.

1885 fand am »Dulk-Häusle« (Esslingen-Jägerhaus) die Enthüllung einer von Arbeitern gestifteten Büste (darunter die Aufschrift: »Albert Dulk. Von seinen Freunden«) statt. Der Herausgeber von Dulks dramatischem Werk schrieb 1893 in seinem Vorwort: »Die deutschen Arbeiter, sie ganz allein, hatten ihrem Dulk das Denkmal der Dankbarkeit gestiftet. Wenn die Armuth giebt, dann giebt sie in Kupfer und Nickel, aber diese Pfennige des Proletariats sind goldener als das Gold der Reichen; sie bedeuten ehrliche Liebe und wahrhaftige Verehrung: - nicht so bald kann Dulk vergessen werden.«

(Aus der Wochenend-Beilage 30.11.1998)

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