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Gravierende Mängel in der Notfallrettung in Stuttgart

Untertürkheimer Zeitung vom 12.3.2004

Bürgerinitiative Rettungsdienst kritisiert fehlenden Kooperationswillen -
Ruf nach integrierter Leitstelle in Stuttgart

Stuttgart - „Gravierende Lücken und Defizite in der medizinischen Notfallrettung" stellt die Bürgerinitiative Rettungsdienst in einer selbst erstellten Studie fest. Der Grund dafür sei der „eklatante Mangel an Kooperationswillen" der Beteiligten.

Von Elke Hauptmann

Joachim Spohn, der Sprecher der Initiative und Autor der Studie, erhebt nicht den Anspruch, ein wissenschaftlich fundiertes Papier vorgelegt zu haben. Doch was er anhand des Zahlenmaterials nach 30 Seiten schlussfolgert, ist starker Tobak: „Dort, wo strukturell, finanziell, personell und strategisch nicht kooperiert wird, sinkt die Versorgungsleistung drastisch. Es entsteht der Eindruck, dass Verbandsinteressen über die Interessen der Allgemeinheit gestellt werden. Es wären viel mehr Dinge möglich, wenn man sie nur ernsthaft wollte."

Notfallrettung
Die Einsatzzentrale des DRK Stuttgart: Nach dem Willen des Sozialministeriums soll sie mit der Feuerwehrleitstelle zusammengeführt werden. Foto:DRK

Schlechte Ergebnisse im Vergleich

Spohn stützt seine Aussagen auf einen Vergleich von zwölf deutschen Großstädten mit mehr als 500 000 Einwohnern. Da schneide Stuttgart mit seiner rettungsdienstlichen Infrastruktur am schlechtesten ab: Überall sei die Zahl der rund um die Uhr besetzten Rettungswachen deutlich höher - in Berlin etwa gebe es 51, in Stuttgart nur sechs. Die Landeshauptstadt sei auch Schlusslicht bei der Zahl der über 24 Stunden verfügbaren Rettungswagen: gerade mal sechs gebe es hier - in Hamburg seien es 49. Und während in München 13 Notärzte den ganzen Tag im Einsatz seien, sollen es in Stuttgart nur zwei sein. In punkto Hilfsfristen hinke man ebenso hinterher - zulässig seien hierzulande 15 Minuten, in allen anderen Städten müssten die Einsatzkräfte in der Hälfte der Zeit vor Ort sein. Zudem verfüge die Schwabenmetropole nicht mal über spezielle Rettungsmittel für Unfälle mit mehr als 20 Verletzten. Und: Als einzige Stadt hat Stuttgart auch keine integrierte Leitstelle: Feuerwehr und Rettungskräfte sind räumlich und organisatorisch getrennt. Über die Fusion wird zwar schon seit Jahren diskutiert, doch obwohl das Sozial- und das Innenministerium des Landes die Zusammenlegung der Zentralen von Feuerwehr und DRK fordern, weil sie einem Gutachten zufolge „mehr Sicherheit in der Notfallrettung bringt" und obendrein jährlich 100 000 Euro Kosten einsparen helfen würde, planen beide Seiten weiterhin getrennt die Modernisierung ihrer Zentralen. In den nächsten Wochen aber soll eine Grundsatzentscheidung getroffen werden. Für Spohn und seine etwa 30 Mitstreiter steht außer Frage: „Die Leitstelle mit einer einheitlichen Notrufnummer muss her. Getrennte Zentralen passen nicht mehr in die Zeit. Sie verhindern ganz entschieden eine notwendige Verzahnung der Organisationspotenziale."

Politik soll Druck machen

Seine Studie hat Spohn nun der Bürgermeisterriege und den Fraktionen im Stuttgarter Gemeinderat zukommen lassen - damit diese künftig mehr Einfluss nehmen. „Der Politik ist nicht bewusst, was dieser unverständliche Streit um Kompetenzen bedeutet. Die denken, es läuft. Und es läuft ja auch irgendwie. Aber es könnte eben viel besser laufen", meint der Musikpädagoge, der sich seit der Gründung der Bürgerinitiative 1977 für die Sache engagiert. Er empfiehlt den Stadträten eine Bildungsreise nach Frankfurt oder München. „Dann müssten sie nach ihrer Rückkehr unverzüglich handeln und, sofern sie ihrer Verantwortung gerecht werden wollten, die Stuttgarter Verhältnisse im Rettungsdienst einer dringlichen Umwandlung unterziehen."

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