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Erste Hilfe für die Seele ist gefragt

Untertürkheimer Zeitung vom 11.3.2004

Stuttgarts Notfallseelsorger wurden im vergangenen Jahr zu 130 Einsätzen gerufen

Stuttgart - Sie leisten erste Hilfe für die Seele. Und zunehmend ist die ehrenamtliche Arbeit der Stuttgarter Notfallseelsorger gefragt: Im vergangenen Jahr wurden sie zu 130 Einsätzen gerufen, berichtet deren Leiter Thomas Lehnardt.

Von Elke Hauptmann

Beruhigend spricht Lehnardt auf eine junge Frau ein, die aufgeregt hinter der Polizeiabsperrung steht. Dann eilt der Mann mit der gelbblauen Jacke und dem Schriftzug „Notfallseelsorge" auf dem Rücken zum Einsatzleiter der Feuerwehr, wechselt mit diesem ein paar Worte und kommt zurück. „Alles in Ordnung", lautet die Botschaft für die junge Mutter. Kurz darauf kommt der Chef der Rettungssanitäter und berichtet Lehnardt über den Stand der Einsatzarbeiten. „Die Evakuierten können alle wieder in ihre Wohnungen zurück." Pfarrer Lehnardt, der wegen des Wohnungsbrandes im Stuttgarter Osten in einer Unterrichtsstunde „angepiepst" wurde, atmet auf: „Diesmal ist es glimpflich ausgegangen." Doch nicht wenige Einsätze sind tragisch: „Bei mehr als 40 Prozent haben wir es mit Todesfällen zu tun." Gerufen werden die Notfallseelsorger von Rettungskräften, Feuerwehr und Polizei, wenn die nicht mehr helfen können. „Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Begleitung von Menschen, die eine ihnen nahe stehende Person verloren haben, sei es durch einen natürlichen Tod oder durch einen Unglücksfall", berichtet Lehnardt. 355 Menschen, darunter 23 Kinder, wurden 2003 betreut - in erster Linie Hinterbliebene, aber auch Unfallzeugen und einige Sterbende.


Pfarrer Thomas Lehnardt ist Notfallseelsorger. Er wird von der Feuerwehr gerufen, wenn
Hilfe für die Seele erforderlich ist.                       Foto: Hauptmann

Die meisten Einsätze finden laut Lehnhardt in einem Umfeld statt, dass den Ehrenamtlichen - Geistliche und speziell geschulte Laien der evangelischen, katholischen, altkatholischen, methodistischen und baptistischen Kirchen im gesamten Stadtgebiet - durch ihre tägliche Arbeit in der Gemeinde vertraut ist. Am häufigsten würden sie den Betroffenen in deren vier Wänden hel-

fen. So wurden die Notfallseelsorger 28 Mal nach erfolgloser Reanimation und fünf Mal nach plötzlichem Kindstod hinzugezogen. In Lebenskrisen halfen sie 15 Mal, bei der Überbringung von Todesnachrichten standen sie 16 Mal zur Verfügung. „Nur etwa ein Fünftel der Einsatzorte sind im öffentlichen Raum" - 13 Mal wurden sie za Verkehrsunfällen gerufen und zu 21 Suiziden. „Wir haben beispielsweise zwei Fahrer von S-Bahn-Zügen begleitet, nachdem sie Selbstmörder überfahren haben." Vier Mal wurden sie zur Betreuung von Evakuierten bei Bränden und Gasaustritten und drei Mal bei Fällen häuslicher Gewalt um Hilfe gebeten. Insgesamt leisteten die Notfallseelsorger 363 Einsatzstunden. Dass ihr Dienst, im April 2001 in der Landeshauptstadt eingeführt, zunehmend nachgefragt wird, beobachtet Lehnardt mit Stolz, aber auch mit Sorge: „Wir brauchen dringend weitere Seelsorger." Immer zwei Mitarbeiter haben sieben Tage in der Woche rund um die Uhr Bereitschaft - theoretisch. Denn die Last ist ungleich verteilt: 52 Helfer wären erforderlich, um die Arbeit gleichmäßig zu schultern, das Team besteht derzeit aber nur aus 41 Männern und Frauen. Im Herbst soll daher ein Kurs zur Grundausbildung angeboten werden.

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