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Käte Schaller-Härlin

geboren am 19.10.1877 in Mangalore (West-Indien)
gestorben am 9.5.1973 in Stuttgart-Rotenberg
Württembergische Staatsgalerie Stuttgart
Selbstportrait Käte Schaller-Härlin von 1923
im Besitz der Staatsgalerie Stuttgart

Gleich hinter dem Württemberg mit seiner schönen griechischen Kapelle befindet sich der Hausberg der Schaller's. In der von dem bekannten Architekten und Kirchenbauer Martin Elsaesser erbauten Villa Schaller in Rotenberg residierte die berühmte Bildnismalerin Käte Schaller-Härlin.

Die Künstlerin, die 1877 in Mangalore (West-Indien) geboren wurde, hat (für damalige Verhältnisse) einen außergewöhnlichen Lebensweg beschritten. Aus den Zwängen eines schwäbischen Pfarrhauses konnte sich die Tochter eines Missionars alsbald befreien. Mit der ganzen Leidenschaft einer Sechzehnjährigen ging sie daran, ihre künstlerische Begabung zu entwickeln. Schulbildung und Lehrpläne standen dabei nicht im Vordergrund.

Käte Härlin war zu einer Zeit auf natürliche Weise emanzipiert, als dies noch gar nicht Mode war. Sie wollte von Anfang an in Freiheit malen, sich als Persönlichkeit, ihrem Wesen entsprechend, verwirklichen. Nach der Kunstgewerbeschule in Stuttgart, studierte sie vorübergehend an der neueröffneten Damen-Akademie in München. Doch dann lockte Florenz. In den Museen und Galerien offenbarte sich ihr der Glanz großer Meister des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Vor allem hatten es ihr die Bilder italienischer Meister und die Fresken Giottos angetan. In Rom trifft sie Karl Hofer. Durch Maurice Denis, ihren Lehrer in Paris, entdeckt sie Cezanne. Die Künstlerin trifft Rilke bei Rodin, reist nach Spanien, zum Studium der Bildnisse Goyas.

Käte Härlin hat in diesen Studienjahren die Techniken berühmter Bildnismaler vor Ort studiert. Dabei entdeckte sie ihr Können in der Porträtkunst, die sie handwerklich-malerisch zur höchsten Entfaltung gebracht hat. Der Mensch, sein Wesen, sein Charakter, wurde für die Malerin zur Herausforderung. Mit der ihr eigenen Gabe, eine fremde Persönlichkeit bis in deren Wesenstiefe zu erfassen, ist es der Künstlerin gelungen, das Modell nicht nur natürlich und wesensecht zu gestalten, sondern darüber hinaus seinen spezifischen Lebensraum ins Bild zu setzen.

Als malerischen Hinweis auf die Lebensweise der dargestellten Person findet man in den Hintergründen der Bildnisse häufig angedeutete Landschaften, Blumen, Tiere, Räume oder Gegenstände. Die Personen wirken wie ihr eigenes Stilleben, geformt durch eine Künstlerin, die ein Stück Menschenleben festgehalten hat.

Käte Schaller-Härlin war eine begeisterte Astrologin. Als Zigeunerin verkleidet, hat sie der Familie und den Freunden auf Festen oft aus der Hand gelesen. Sie glaubte fest daran, daß die Sterne das Leben bestimmen. Diesen Glauben hat sie auch in ihre Malerei eingebracht. Tiefe Er-lebnisfähigkeit lassen ihre Porträts so unerhört objektiv erscheinen. Unter den Bildnissen muß den schwierigen Kinderporträts ein besonderer Stellenwert eingeräumt werden. Hier assistiert ihr eindeutig das Gefühl der Frau und Mutter. Neben einer äußeren Ähnlichkeit strahlen diese lebensfrohen Bilder bereits jene subjektive Wesensart aus, die schon das Kind als Persönlichkeit ausweist. Jan Philip Reemtsma, aus der Hamburger Tabakdynastie, oder die spätere Ministerin Annemarie Grie-singer finden sich unter den zahllosen Kinderporträts. Ihr Mann, der Kunsthistoriker Dr. Hans-Otto Schauer, hat sie nach Kräften unterstützt und sie als Porträtistin gefordert. Mit ihm kam auch die Kunst in das Stuttgarter Papiergeschäft Schaller, seines Zeichens Hoflieferant und Fotopionier. Hans-Otto Schaller legte den Grundstein zum heutigen Kunsthaus Schaller. Der Erste Weltkrieg beendete jäh die menschliche und künstlerisch so fruchtbare Verbindung.

Martin ElsaesserDie Künstlerin lebte nach diesen sechs Ehejahren nur noch ihrer Malerei und für ihre einzige Tochter Sibylle. Die Kunst wurde ihr zum Trost und zur Erfüllung. Käte Schaller-Härlin war eine begehrte Auftragsmalerin.

Fast alle markanten Persönlichkeiten Schwabens hat sie porträtiert. Damals hatte die Fotographie noch nicht den Stellenwert wie heute. Dafür gab es Bildnisse, von Künstlerhand geschaffen. Aufträge aus dem In- und Ausland trafen in Stuttgart-Rotenberg ein.
Oftmals reiste die Künstlerin zu ihren Modellen, Dabei hat sie jedoch nie ihre Kunstreisen vernachlässigt. Jedes Jahr Paris, dazu Italien und Spanien. In Zusammenarbeit mit Martin Elsaesser entstanden bedeutende Wand- und Glasmalereien. Käte Schaller-Härlin wurde zur Erneuerin der Wandmalerei im süddeutschen Raum.

Die Florentiner Giotto-Studien und ihr monumentaler Stil kamen bei ihr zum Tragen. Fresken der zwölf Apostel in der Kirche zu Holzelfingen, in der Kirche zu Stuttgart-Gaisburg und in Lichtental bei Baden-Baden sind bis heute erhalten. Für die Schloßkapelle Tettnang hat sie die Glasfenster entworfen. Entwurf und kompositionelles Gestalten sind charakteristisch für di Handschrift der Künstlerin. Ihre malerische Begabung drückt sich außer dem in den verschiedenen Blumen- und Früchtestilleben aus. Hier wird der Einfluß Adolf Hölzels deutlich. Farbe und Form verbinden sich zu einem harmonischen, monumentalen Bildgefüge. Die Wirkung diese Bilder beruht auf einer idealen Farbzusammenstellung vor meist dunkeltonigen Bildgründen.

Käte Schaller-Härlin wurde fünfundneunzig Jahre alt. Ihre Vitalität hat in einer großen künstlerischen Produktivität ihren Niederschlag gefunden. Von über 2000 Bildnissen, die heute in der ganzen Welt an die große Porträtistin erinnern, sollen in diesem Heimatbuch doch einige wichtige erwähnt werden: Bundespräsident Theodor Heuss, Elly Heuss-Knapp, Hugo Borst, der große Stuttgarter Kunstsammler, Dr. Schairer von der Stuttgarter Zeitung, den Chirurgen Professor Dr. Otto Jüngling und den Pianisten Professor Walter Rehberg. Ein Selbstbildnis aus dem Jahre 1923 befindet sich heute mit der Sammlung Hugo Borst in der Staatsgalerie Stuttgart.

Die Villa auf dem Schaller-Berg in Rotenberg wurde lange von der über achtzigjährigen Hausdame Anna Zaiss aus Untertürkheim bewohnt, die schon 1913 als Kindermädchen für Tochter Sibylle ins Haus kam. Anna Zaiss war lange die Hüterin des Hauses geblieben. Die Wohnräume sind seit dem Tod der Künstlerin nicht verändert worden. Anna Zaiss erzählt von der Frau, die keine Kompromisse machte. Aber auch Persönliches konnte man erfahren. Käte Schaller-Härlin, die passionierte Teetrinkerin und überzeugte Vegetarierin, hatte zum Beispiel eine Vorliebe für Schmuck. Sie, die auf einem Berg inmitten der Neckarlandschaft lebte, hat nur vier Landschaften gemalt. Für sie bedeutete der individuelle Mensch alles. Ihm hat sie in ihren Bildnissen ein Denkmal gesetzt.

Quelle: Hermann Bruder: Herzstück im Schwabenland - Untertürkheim und Rotenberg -
Ein Heimatbuch - 1983 - Herausgeber: Bürgervereins Untertürkheim e.V.

Evang. Stadtpfarrkirche in Stuttgart-Gaisburg

Evang. Stadtpfarrkirche in Stuttgart-Gaisburg

Erbaut 1910 - 1913 von Architekt Martin Elsaesser im Jugendstil mit 16 ionischen Säulen, die das Oval der
Kuppel tragen; im 2. Weltkrieg zerstört, danach wieder aufgebaut und ab 1976 renoviert.
Innen monumentale Wandmalereien von Käte Schaller-Härlin und eine spätgotische "Gaisburger Apostelgruppe".
Fotos: Enslin

Front
Wandmalereien von Käte Schaller-Härlin
links      rechts

Als weiteres herausragendes Kulturdenkmal gilt die dreiteilige, ursprünglich spätromantische
disponierte Weigle-Orgel von 1913.

hinten
orgel links
Orgel rechts
Fotos: Enslin

Beeindruckende Bilder einer außergewöhnlichen Frau

In der Rotenberger Kelter sind Porträts von Käte Schaller-Härlin zu bewundern

ROTENBERG - Die Bilder einer außergewöhnlichen Frau sind derzeit in der Kelter zu betrachten; es sind die Werke von Käte Schaller-Härlin, einer Malerin aus Rotenberg. Im Rahmen des Rotenberger Kulturmonats können sich Besucher von den Porträts der Künstlerin bezaubern lassen.

Käte Schaller-Härlin, geboren 1877 in Indien als Tochter des Pfarrers Emmerich Härlin, war eine emanzipierte Frau.

Als sie 1893 nach ihrer Rückkehr ins Schwabenland die städtische Gewerbeschule in Stuttgart besuchte, wurde sie wegen der Organisation eines Zeichenkurses außerhalb der Schule von selbiger Schule ausgeschlossen. Im "Malerinnenverein" durfte sie sodann an einem Aktkurs teilnehmen.

Spätere Studien führten sie nach München, Florenz, Rom und Paris, wo sie auch die Werke bekannter Maler kennen lernte.

Wieder zu Hause, hat sie verschiedene Kirchen ausgemalt sowie deren Glasfenster Kirchen gestaltet, etwa für die Kirchen in Gaisburg, Baden-Baden-Lichtental sowie in Oberndorf und Oberesslingen. Auch das Glasfenster der Kirche St. Laurentius in Stuttgart-Rohr hat Käte Schaller-Härlin geschaffen.


Im Jahre 1911 heiratete die Pfarrerstochter den Kunstkenner Hans Otto Schaller, zwei Jahre später wurde die Tochter Sibylle geboren, die sie in einem Kinderporträt festgehalten hat. Bereits sechs Jahre später verlor sie ihren Ehemann, er war vor Ypern gefallen.
In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen wurde Käte Schaller-Härlin zu einer erfolgreichen Porträtistin. Sie arbeitete in Deutschland, Frankreich, Spanien und der Schweiz; gleichzeitig hatte sie Ausstellungen, vor allem in Süddeutschland.

Nach der Zerstörung ihres Stuttgarter Hauses und Ateliers 1944 zog sie nach Schwäbisch Gmünd, um dann 1952 endgültig in die Landeshauptstadt zurück zu kehren. Sie lebte noch über 20 Jahre lang im Schaller'schen Haus in Rotenberg, das noch heute von der Familie Schaller bewohnt wird. Kätes Enkelin Ulrike Barth, die ebenfalls in Stuttgart zu Hause ist, zeichnete bei der Ausstellungseröffnung ebenfalls ein Porträt - ein liebevolles von ihrer bewundernswerten Oma.

Die Ausstellung in der Rotenberger Kelter ist bis zum 28. Februar montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 18 Uhr sowie samstags bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. ihe

19.02.2004 - Stuttgarter Wochenblatt

Kindheitserinnerungen an eine große Porträtistin

Untertürkheimer Zeitung vom 9.2.2004
Rotenberg: Weingärtnergenossenschaft eröffnet ihren Kulturmonat mit Werken von Käte Schaller-Härlin

(mk) - Für viele Gäste des Rotenberger Kulturmonats kamen bei der feierlichen Eröffnung Kindheitserinnerungen in den Sinn. Schließlich präsentiert die Weingärtnergenossenschaft sehenswerte Werke einer außergewöhnlichen Persönlichkeit:
Käte Schaller-Härlin, die Malerin vom Rotenberg.

Für WG-Vorsitzenden Rolf Berner schließt sich mit der Ausstellung in der Kelter ein Kreis. „Gleich hinter meinem Elternhaus stand die Villa Schaller. Vorbei am immer blühenden Garten der Villa schlich ich als Bub in den Weinberg und manchmal sah ich Frau Schaller-Härlin mit ihrer Staffelei auf ihrer kleinen Terrasse sitzen." Man merkt ihm noch heute die Bewunderung für die große, damals alte Dame an. Die glänzenden Augen mancher Rotenberger wurden durch die eindrucksvollen Schilderungen von Ulrike Barth, der Enkelin Käte Schaller-Härlins, noch verstärkt. Sie legte die fantastischen Facetten einer reichen Persönlichkeit offen.


WG-Vorsitzender Rolf Berner, Kellermeister Martin Kurrle (rechts)
und Ulrike Barth, Enkelin von Käte Schaller-Härlin, stoßen auf die Ausstellung an.

Käte Härlin, 1877 in Indien geboren, war eine emanzipierte Frau. „Ihr war es wichtig, sich zu verwirklichen", so die Enkelin. Die junge Pfarrerstochter lernte in der Kunstgewerbeschule, unternahm Studienreisen nach Italien und Frankreich und lernte in Museen die Werke der großen Meister kennen. 1911 heiratete sie Hans-Otto Schaller, einen charismatischen Kunstkenner, der 1917 als Soldat stirbt. Zwischen den Weltkriegen erwirbt die unkonventionelle Frau sich auf zwei Gebieten einen bleibenden Namen: als Kirchenmalerin und als bedeutende Porträtistin. So ist ihr Chorfenster-Ensemble in der evangelischen Kirche in Gaisburg eines der bedeutendsten Kirchenfenster in der Region.

Einzigartig sind auch ihre Porträts. Egal ob Bildnisse ihrer Tochter Sibylle, ExMinisterin Annemarie Griesinger oder Alt-Bundespräsident und Freund des Hauses, Theodor Heuss - ihr gelang es, die Wesenszüge der Gezeichneten auf Leinwand zu bannen und Enkelin Ulrike erinnert sich lebhaft daran, als „Papa" Heuss ihrer Oma Porträt saß. „Wir durften nicht stören und selbst Bundespräsidenten-Gattin Elly Heuss-Knapp verzog sich in die Küche. Ich bin überzeugt, dass die Ausstellung in der Kelter meiner Oma Freude bereitet hätte. Sie liebte die interdisziplinäre Zusammenarbeit wie hier zwischen der Kunst des Malens und der Kunst des Weins."

Der Männergesangverein des TGV Rotenberg setzte noch eins drauf. Nach seiner Hymne „Es kann nichts besser sein, als Rotenberger Wein" genossen die Vernissage-Gäste beides: Rotenberger Tröpfle und die Ausstellung der Malerin vom Rotenberg, die ist bis 28. Februar zu sehen ist.

Stuttgarter Zeitung, 17.10.2002, S. 22

Gerhard Raff: Käte Schaller-Härlin
Berühmte Kindermalerin

Ihr Vatter hat als Missionar en Südindien gschafft, ond en Mangalore isch dui Käte Härlin au uff d' Welt komme, am 19. Oktober 1877. Später isch se no em Pfarrhaus von Gruibenge uff dr Alb ond von Bodelshause em Steinlachtal uffgwachse. Ond se hat scho mit zehn Jahr so scheene Bildle male könne, dass ihr Onkel, der Göppenger Fabrikant Eugen Nast, drfür gsorgt hat, dass se mit sechzehn an dr Kunstgwerbeschuel en Stuegert uffgnomme worde isch.

Dort hend se se aber scho nach oim Jahr wieder nausgschmisse, ond des bloß, weil se nebeher au no bei andere Kunstlehrer glernt hat. Goht deswege nach München, studiert vier Jahr lang an dere "Damenakademie" bei ihrem Landsmann, dem Professer Christian Landenberger. Ond no reist se fenf Jahr lang durch Italie, ond a bsondere Freud hat se an dene Freske vom Giotto ghet en Padua ond Assisi, ond die hat se abgmalt ond an die Touriste verkauft.

Ond von dene Lire hat se ragvespert ond hat no so viel übrig ghet, dass es au no für en Eisebahfahrschei nach Paris glangt hat. Ond dort hat se Tür an Tür mit dem berühmte Bildhauer Auguste Rodin (1840-1917) glebt ond so nadierlich au dem sein langjährige Privatsekretär Rainer Maria Rilke (1875-1926) kenneglernt.

Oineweg isch se wieder hoimgange ond hat no anno 1907 ihren erste öffentliche Ufftrag kriegt ond hat en dr Pauluskirch en Tailfenge des Monumentalbild "Christus segnet das Volk" male därfe. Des hat de Leut so guet gfalle, dass mr se oi Kirch om de ander hat ausmale lasse. So dui St.-Blasius-Kirch en Holzelfenge, dui Lutherkirch en Lichtental bei Bade-Bade, dui Eberhardskirch en Dibenge, ond von 1911 bis 1913 ihr Haupt- ond Meisterwerk, dui Gaisburger Kirch. Dui hat ihr Freund, der Stuegerter Markthallearchitekt Martin Elsässer (1884-1957), a Dekansbueb aus Dibenge, baut.

Allein erziehende Mutter

Den hat se aber net gheiratet, sondern dem sein Freund, den Kunsthistoriker Hans Otto Schaller vom Kunsthaus Schaller. Ond 1913 hend se ihr oinzigs Kend kriegt, a Mädle, ond des hat se ganz alloi uffziege müeße, denn ihr Ma isch, wie so viele "furchtlos und trewe" Wirteberger, bei Ypern en Flandern anno 1917 gfalle.

Ond wegem Krieg hat se au nemme viel Gschäft kriegt, grad no die Kirchefenster en Oberndorf am Necker. Ond nach dr Inflation die Fenster für dui Südkirch en Esslenge am Necker ond für dui Laurentiuskirch en Rohr uff de Filder. Ond die Fenster en dr Schloßkirch en Tettnang, en dr Martinskirch en Oberesslenge, en dr Dionysuskirch en ihrem Bodelshause hat se no au no mache därfe.

Jetz hat se meh Leut gmalt ond Köpf, berühmt send ihre wunderscheene Kenderbilder: Onser hochverehrte Frau Minister im Unruhestand Annemarie Griesinger, geborene Römer, hat ihres no en Markgrönenge überm Sofa hange, ond des Gsicht guckt heut no raus, so genau hat se des Mädle seinerzeit nakriegt.

Ond se hat viel guete Freund om sich rom versammelt, beispielsweis den Theodor Heuss ond sei Elly, geborene Knapp, den Reinhold Nägele ond sei Alice, geborene Nördlinger, den Paul Bonatz vom Hauptbahhof. Ond se hat älle überlebe därfe, mit 96 Jahr isch se 1973 en dem schallersche Haus (Architekt: Martin Elsässer) en Roteberg gstorbe. Ond ihr Grab uffm Pragfriedhof wird jetz sicher voll sei mit Bleamle.

Dankbarkeit in Gaisburg

Denn die Gaisburger send so dankbar für ihr wirklich wunderscheene Kirch, dass se jetz wochelang a Ausstellung über ihr Lebe ond Schaffe zeiget ond bis Ende November äll Woch zwoi, drei gscheite Vorträg verastaltet über ihr "Kircheheilige" Käte Schaller-Härlin. Schee wär's, wenn ihr französischs Vetterle, der Prinz Henrik von Dänemark als Härlin-Raff-Nachfahre interesse- ond astandshalber au amol vorbeigucke dät mit seiner künstlerisch hochbegabte, aber ketterauchende Margret. Rentiert sich echt, kommet no au.

Glasfenster

Signiert

Fotos: Enslin

Das Glasfenster in der Sakristei der Rotenberger Dorfkirche (erbaut 1754 - 1756) wurde 1956 von der bekannten Rotenberger Künsterlin Käte Schaller-Härlin entworfen.

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