Burghard Hüdig stellt in der Galerie im Cafe Schwarz aus - aus
Treffpunkt 2.3.2006 -
UNTERTÜRKHEIM - Bunte und äußerst farbenfrohe
Bilder empfangen derzeit und in den nächsten zwei
Monaten die Besucher der Galerie
im Cafe Schwarz. Geschaffen hat
diese überwiegend großformatigen
Werke der Untertürkheimer Künstler Burghard Hüdig.
Hüdig, 1933 in Essen geboren, ist in
Sachen Malerei geradezu ein Phänomen. Erst 1999, im Alter von
66 Jahren, als er bereits in Rente war,
hat er mit dem Malen begonnen.
Seitdem sind über 400 expressionistische Arbeiten entstanden,
die mit
ihren explodierenden Farben den
Betrachter unweigerlich in ihren Bann
ziehen.
In seinem früheren, sprich seinem
beruflichen Leben war Burghard Hüdig das Gegenteil des aktiven
und kreativen Malers - da war er der Betrachter mit der Kamera, dem
seine Motive praktisch vorgegeben waren:
der Bildjournalist Hüdig war 45 Jahre lang „Hoffotograf" der
baden-württembergischen Landesregierung. Den
Regierenden folgend, hat Bernhard
Hüdig die ganze Welt bereist, hat in
Diensten des Landes über vier Jahrzehnte lang Menschen, nichts
als Menschen fotografiert und sie dabei
als stiller Beobachter kennen gelernt.
Dass ihm sein Beruf Freude bereitete, beweisen 19 Fotoausstellungen
und sieben Bildbände. Dennoch war
Schluß mit dem Fotografieren, sobald Burghard Hüdig vor
sieben Jahren in Rente ging; jetzt begann das
Malen.

Burghard Hüdig (links) vor einem
seiner farbenfrohen Bilder.
Neben ihm Irene Schmid, die Organisatorin der Ausstellung im Cafe
Schwarz,
sowie der CDU-Politiker Hans Jochen Henke.
Foto: Herbrich-Fischer
Hans Jochen Henke, Generalsekretär
des Wirtschaftsrates der CDU, der
bei der Eröffnung der Ausstellung die
Einführungsrede hielt, hatte eine Erklärung für diesen
Bruch im Leben
seines politischen Wegbegleiters:
Hüdig, Anfang Juni geboren, sei eben
ein Zwilling und somit Vertreter des
beweglichsten Tierkreiszeichens überhaupt. Das Zeichen Zwillinge
stehe
für den Mythos der Zweiheit, so Henke. Wenn Burghard Hüdig
sich früher
intensiv der Fotografie gewidmet habe,"hat er dann den Schnitt gemacht
und malt jetzt eben". Als „unheimlich offen und unvoreingenommen"
bezeichnete der frühere Ludwigsburger Oberbürgermeister Henke
seinen Untertürkheimer Künstlerfreund, wobei er dies sowohl
auf das
Sternzeichen wie auch auf die Malerei gemünzt sehen wollte.
Was die Ausstellungsbesucher und
Kenner von Burghard Hüdig stets
festgestellt haben, fasste Hans Jochen
Henke in Worte. Oft gelte: Je älter
ein Künstler wird, desto dunkler und
düsterer sind seine Werke. Ganz anders sei es jedoch bei Burghard
Hüdig: „Bei ihm herrschen Helligkeit,
Strahlkraft und Leuchten. In seinen
Bildern kommt das Bekenntnis zu
Lebensfreude und Lebenslust zum
Ausdruck." Womit der Laudator die
Werke seines Freundes bestens beschrieben hat.
Dabei erhebt Hüdig keineswegs den
Anspruch, der größte aller Künstler
zu sein; er malt vielmehr erinfach
aus Freude und Leidenschaft. Kunst
hat er schon immer gesammelt, aber
Vorbilder gibt des für ihn nicht. Warum auch? Seine explodierenden
Bilder- neuerdings auch kleineren Formats - mit Acrylfarbe auf Sperrholzplatten,
Leinwand oder Hartfaser gebracht, sprechen für sich. Die meisten
haben Titel wie „Farbspiele" und
das trifft denn auch den Kern. Burghard Hüdig selber gibt sich
kein Thema, er will lediglich seine Kraft und
Kreativität ausleben, die er früher oft
hinter dem Objektiv verbergen musste. Nun klatscht er starke, knallige
Farben auf die Leinwand, die jeden
Rahmen zu sprengen scheinen - ohne Mission, sondern nur, weil es ihm
gefällt. Hüdigs Kommentar: „Ich lege einfach los, ohne
Konzept, egal
was dabei raus kommt; Hauptsache
die Farben stimmen. Farbe bedeutet
für mich einfach Freude." - Ingrid
Herbrich-Fischer
Info: Die Ausstellung in der Galerie
im Cafe Schwarz, Augsburger Straße
356, ist geöffnet: Dienstag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr; Sonn-
und Feiertag von 12 bis 18 Uhr.