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Modernisierung des Untertürkheimer Neckarwehrs gerät ins Stocken

TorUntertürkheimer Zeitung 15.7.2009: Technische Probleme am Wehrverschluss müssen behoben werden
(mk) – Passanten, die regelmäßig über die Inselbrücke laufen, wundern sich. An der Baustelle am Untertürkheimer Wehr bewegt sich seit Tagen wenig. „Aufgrund eines technischen Problems am Wehrverschluss sind die Arbeiten ins Stocken geraten“, sagt Projektleiter Andreas Rathgeb. Eigentlich sollte im Sommer bereits das erste Wehrfeld im Probebetrieb getestet werden.

Wenn die Baustellenkiebitze von der Brücke in die trocken gelegte Baugrube vor dem ersten Wehrfeld schauen, sehen sie momentan wenige Handwerker bei der Arbeit. „Die Bauarbeiter führen in diesen Tagen hauptsächlich kleinere Arbeiten beispielsweise an der Verkleidung aus“, erklärt Rathgeb. Dabei sähe der Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Stuttgart gerne einen Baufortschrittt. Nach der problemlosen Demontage des alten Verschlusses sowie der beiden Pfeiler am ersten von vier Wehrverschlüssen, hegten die Planer eigentlich keinen Zweifel, dass der neue Wehrverschlusses ebenfalls ohne Schwierigkeiten eingebaut wird. Im Dezember wurde mit dem mächtigen Schwimmkran „Grizzly“ die 50 Tonnen schwere Stahlkonstruktion in die dafür vorgesehene Stelle zwischen den neuen Pfeilern eingefädelt.

Danach tauchten die Probleme auf. „Das Verschlusssystem funktioniert nicht ganz korrekt. Es gibt Probleme mit den Lagern“, erklärt Rathgeb. Aus Sicherheitsgründen werde jedoch auf eine hohe Genauigkeit Wert gelegt, damit der Verschluss auch unter Hochwasserbedingungen hundert Prozent einwandfrei zu steuern ist. Nun müsse die beauftragte Spezialfirma eben die Lager austauschen. Dies sei kommende Woche vorgesehen. „Wir gehen davon aus, dass wir dazu
den Verschluss nicht nochmals umständlich mit einem Schwimmkran herausheben müssen“, sagt Rathgeb. Sobald die neuen Lager eingestellt sind, beginnt die Testphase.
Der neue Wehrverschluss und das Wehrfeld gehen in Probebetrieb. „Erst wenn alle Bestandteile im Trockenbetrieb hundertprozentig laufen, werden die Spundwände abgebaut“. Dann wird es Ernst. Das erste neue Wehrfeld geht in Betrieb und muss den Zufluss des Neckars regeln.

Sobald dies der Fall ist, „wandert“ die Baustelle um ein Wehrfeld nach rechts. Das nächste Wehrfeld wird errichtet. Im Rahmen der Grundinstandhaltung lässt das Wasser- und Schifffahrtsamt alle vier, über 80 Jahre alten Verschlüsse erneuern. Der Zahn der Zeit hat zu stark seine Spuren hinterlassen. Der Bund hat mehr als 18 Millionen Euro für die Ertüchtigung locker gemacht.
Die Sanierung aller vier Wehrfelder sollte eigentlich 2011 abgeschlossen sein, doch bereits das erste Wehrfeld hat für eine empfindliche Verzögerung gesorgt.

Baustellenbesichtigung Untertürkheimer Wehr am 29.6.2009

Unter fachkundiger Führung des WSA-Projektleiters Dr. Andreas Rathgeb erfuhren wir heute alles Wissenswerte über die Baustelle. Insgesamt wird die Grundinstandsetzung des Wehrs bis voraussichtlich 2011 andauern und dann ca. 18 Mio € gekostet haben.
Ein weiteres Projekt, die Verlängerung jeweils einer Neckarschleuse von Mannheim bis Plochingen für 135-Meter-Schiffe steht danach bis 2023 an.

Leere SchleuseSchleuseSchleuse
Die zweite Schleuse wird zur Zeit repariert
BrückenpfeilerWehrWEhr
Die bereits fertigestellte neuen Wehrpfeiler werden noch mit Metall verkleidet
TorWehrTor
Das fertige neue Schleusentor - derzeit allerdings noch in Reparatur - Fotos:Enslin

Mehr Fotos vom Untertürkheimer Wehr hier:

Saniertes Wehr erhält neue Pfeilerköpfe

Untertürkheimer Zeitung vom 28.12.2004

Untertürkheimer Neckarwehr:
Neubau der Verschlüsse und Antriebe sowie Erneuerung der Betonpfeiler dringend erforderlich

85 Jahre nach dem Bau des Untertürkheimer Wehrs und sechs Jahre nach dem Getriebebruch bereitet das Wasser- und Schifffahrtsamt die Totalsanierung der Anlage vor: Alle Verschlüsse mit Antrieb werden ausgetauscht, die alten Pfeiler abgesägt und durch neue, futuristische Beton-Stahl-Pfeiler erneuert.

VON MATHIAS KUHN

Wehr UTh
Fotomontage das Untertürkheimer Wehrs nach der Fertigstellung Foto: Bundesanstalt für Wasserbau

Die Beinahekatastrophe von 1998 bildete den Startschuss für die Sanierung des Untertürkheimer Wehrs: Im Oktober vor sechs Jahren drohte der Stuttgarter Neckarhafen auszulaufen. Ein Getriebe war gebrochen, dadurch konnte das dritte der vier Wehrfelder nicht mehr geschlossen werden. Über den querhängenden Verschluss schoss das Wasser in die Tiefe, der Wasserabfluss konnte nicht mehr geregelt werden. Schiffe mussten den Hafen schleunigst verlassen, damit sie nicht auf Grund liefen. Die Reparaturbemühungen zogen sich einige Tage hin. Am Ende stand fest: Das zwischen 1919 und 1923 erbaute Wehr musste über kurz oder lang komplett erneuert werden. Die vorbereitenden Untersuchungen brachten weitere Mängel an den Tag: Die Betonpfeiler der vier Wehrfelder sind in schlechtem Zustand. „Anstatt nur die Wehrfelder und den Antrieb auszutauschen, werden wir die gesamte Anlage erneuern", sagt Walter Braun, der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stuttgart. Momentan werden die schweren Verschlüsse an den vier Wehrfeldern noch durch einen Seilantrieb mit Doppelspindeln geregelt. Im Laufe der Jahre haben sich die Zahnrädchen abgenutzt.

UT-Wehr
So sollte das Untertürkheimer Wehr nach dreijähriger Sanierungszeit im Sommer 2008 aussehen: Die alten Wehrpfeiler werden
ersetzt, die neuen fügen sich mit ihren markanten Köpfen in die Landschaft. Zudem werden die vier Wehrfelder samt Getriebe
erneuert. Fotomontage: Wasser- und Schifffahrtsamt von 2003

Während der Reparatur vor sechs Jahren wurde zudem die Spindelmutter überlastet. Der anfällige Seilantrieb soll deswegen durch einen modernen Kettenantrieb für jedes Wehrfeld ersetzt werden. Beton- und Baugrunderkundungen hatten zudem ergeben, dass die Betonpfeiler nach 80 Jahren im Neckarwasser erhebliche Qualitätsmängel und Hohlräume aufweisen. Entweder den Beton verpressen oder erneuern, lauteten die Alternativen. Die Architekten entschieden sich für eine neue Stahlbetonbauweise. „Wir werden die alten Wehrpfeiler oberhalb der Straßenbrücke absägen und neue Wehrpfeiler einschließlich der Gründung errichten", so Braun.

Die aufwändigen Sanierungsarbeiten sollen im Sommer 2005 beginnen und sich in drei Bauabschnitten über drei Jahre hinziehen. Pro Jahr ist ein Bauabschnitt vorgesehen, an dem zwei Wehrfelder gesperrt sind.

Die ersten beiden Wehrfelder rechts der Schleusenkammer sind von Sommer 2005 bis Sommer 2006 als Baustelle eingerichtet, 2006/2007 wandert die Baustelle ein Feld weiter, umfasst das Wehrfeld 2 und 3. 2008 wird noch das dritte und vierte Wehrfeld samt Pfeiler sowie der fünfte Pfeiler am Ufer zur Straße zum Ölhafen saniert werden. Im übrigen ist der geregelte Wasserabfluss ist durch die Sperrung von jeweils zwei Wehrfeldern nicht gefährdet. „Unser Glück ist, dass wir zur Regulierung im Falle eines Hochwassers die beiden Schleusenkammern einsetzen können", beruhigt Braun. Für Wirbel hat die Diskussion um die Architektur gesorgt. Da der Neckarkanal als Industriedenkmal gilt, soll der alte Charakter erhalten bleiben. „Die Architektur muss sich dem Landschaftsbild unterordnen", so Braun. Die Architekten haben sich deswegen zum einen an die High-Tech-Architektur der jüngsten DaimlerChrysler-Bauten und zum anderen an der Skulptur zum Neckarausbau orientiert. Die Pfeiler sollen dementsprechend in leichter Stahlwasserbauweise die Form eines stilisierten Schiffskopfes erhalten.

Stuttgarter Zeitung, 27.01.2005

Stauwehr an der Inselbrücke bröckelt

Noch in diesem Jahr soll die Sanierung der Staustufe beginnen - Drei Jahre Bauzeit vorgesehen

Das Neckarstauwehr an der Inselbrücke in Untertürkheim hat erhebliche Schäden. Deshalb wird es in den kommenden drei Jahren saniert. 14 Millionen Euro sind dafür vorgesehen.

Von Mathias Bury

Die Wehranlage zwischen Wangen und Untertürkheim, die parallel zur Inselbrücke verläuft, ist eine der ältesten der insgesamt 27 Staustufen am Neckar überhaupt. Sie wurde in den Jahren 1921 bis 1924 gleichzeitig mit der Flusskanalisierung realisiert, weiß Walter Arnold, der Sachbereichsleiter beim Wasser- und Schifffahrtsamt Stuttgart, zu erzählen. Zunächst hat sie zusammen mit dem Kraftwerk, das sich auf der Untertürkheimer Uferseite befindet, ausschließlich der Energiegewinnung gedient. Erst 1958, mit dem Bau des Stuttgarter Hafens, war auch die Schleuse mit ihren beiden Kammern fertig.

In den langen Jahrzehnten des Betriebes war das Stauwehr den Zeitläuften ausgesetzt. Als gegen Kriegsende die Inselbrücke gesprengt wurde, bekam auch das Wehr kräftig etwas ab und musste Ende der 1940er Jahre ebenfalls wieder aufgebaut werden. In den 1970er Jahren, als die Brücke verbreitert wurde, ist das Stauwehr schon einmal saniert worden. Inzwischen hat das Bauwerk eine erneute Generalüberholung nötig.

Foto: EnslinDas weiß man spätestens seit Ende der 90er Jahre, nach verschiedenen Störfällen in der Anlage. So hat der Antrieb, der die so genannten Wehrverschlüsse bewegt, mehrfach versagt, Verschlussteile gerieten plötzlich in Schieflage, sodass das Wehr nicht mehr sicher war. "Wir müssen aber den Pegel halten für die Schiffe, und wir müssen gewährleisten können, dass bei Hochwasser der Ablauf zuverlässig funktioniert", begründet Projektleiter Andreas Rathgeb, warum das Stauwehr erneut saniert werden muss. Zumal eine Untersuchung ergeben hat, dass auch die Betonpfeiler Schäden haben.

Noch Ende dieses Jahres sollen die Arbeiten beginnen. Man werde die Maßnahme in drei Bauabschnitten umsetzen, die jeweils ein Jahr in Anspruch nehmen, sagt Rathgeb, sodass man auf eine Bauzeit von drei Jahren kommt. "Wir werden jeweils zwei Wehrfelder trocken legen." Insgesamt sind vom Bundesverkehrsministerium für das Projekt 14 Millionen Euro vorgesehen.

Die Schleuse ist von den Arbeiten nicht betroffen, die Neckarschifffahrt werde nicht beeinträchtigt. Die Autofahrer aber werden von der Sanierung etwas merken. "Auf der Brücke wird wohl bereichs- und zeitweise eine Spur gesperrt", erklärt der Projektleiter. "Das ist nötig, damit wir das Material in das Wehr reinbringen können."Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, wird das Stauwehr stärker als bisher ins Auge fallen. Die Pfeiler werden größer, und auch die so genannten Pfeilerhäuschen, in denen sich die Antriebstechnik befindet, werden mächtiger ausfallen. Gut zwei Meter wird die gesamte Anlage dann höher sein als heute, sagt Andreas Rathgeb. Am Dienstagabend wurden die Bezirksbeiräte Untertürkheim und Wangen über die geplante Maßnahme informiert.

Altes Neckarwehr wird demontiert


Untertürkheimer Zeitung 27.01.2007

Untertürkheim: Neubau der Verschlüsse und Antriebe dringend erforderlich - Riesen-Schwimmkran vor Ort

Trotz dem Funkenflug wird es den Schlossern am Untertürkheimer Wehr nicht heiß: Bei minus fünf Grad Celsius und Nässe vom Neckar haben sie mit der vorbereitenden Demontage des Stegs begonnen. Die Wehrfelde und Antriebe müssen dringend ersetzt sowie die Betonpfeiler des vor 84 Jahren erbauten Wehres erneuert werden.

Von Mathias Kuhn

"Archilles" zieht nicht nur die Schüler des Lindenschulzentrums sondern auch manch Technik begeisterten Senior auf die Neckarbrücke. Der imposante Schwimmkran des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Stuttgart hat seit Mittwoch neben der Schleusenkammer Anker geworfen. Die Spezialfirma, die mit der vorbereitenden Demontage des Wehres begonnen hat, benötigt das ruhig im Wasser liegende Arbeitsschiff mit seiner langen "Tentakel". Mit seinem Einsatz hat der stückweise Abbau des Untertürkheimer Wehres begonnen.

Brückenbau 1922
Brückenbau in Untertürkheim 1922

Nicht zuletzt der Getriebebruch eines Wehrfeldes vor acht Jahren hatte die Behörde auf den überholungsbedürftigen Zustand des mehr als 80 Jahren alten Wehres aufmerksam gemacht. Eine geregelte Stauhaltung war damals nicht mehr möglich, der Hafen drohte "leer" zu laufen. Beton- und Baugrunderkundungen hatten zudem ergeben, dass die Betonpfeiler nach acht Jahrzehnten im Neckarwasser Mängel und Hohlräume aufwiesen. Deswegen hat sich die Bundesbehörde für die aufwändige, über vier Jahre dauernden Sanierungsarbeiten entschieden. "Wir werden die alten Brückenpfeiler oberhalb der Straßenbrücke absägen und neue Wehrpfeiler einschließlich Gründung installieren", erklärte Walter Braun, der Leiter des WSA, bei der Präsentation vor drei Jahren. Der Charakter des Industriedenkmals bleibe jedoch durch die neue Stahlbetonweise erhalten.

Vor einer Woche erfolgte der Startschuss für die Vorbereitungsphase. Zunächst wurde ein so genannter Revisionsverschluss - eine "Staumauer", die das Neckarwasser abhält - vor dem ersten der vier zu demontierenden Wehrfelder erstellt. Gestern begann die Stahlbaufirma aus Hannover, den Steg über den Wehrfeldern zu entfernen. In der kommenden Woche würden dann das erste Schützenwehr und die Antriebe ausgebaut. "Gleichzeitig haben wir auf der rechten Neckarseite eine kleine Baustelle eingerichtet. Dort unternehmen wir Probebohrungen mit Kleinbaupfählen", erklärt Projektleiter Andreas Rathgeb. Für den "Ernstfall" wird die Tragfähigkeit vorschriftsmäßig getestet.

Schließlich beginnen im April die eigentlichen Neubauarbeiten, die sich über vier Jahre bis 2011 hinziehen werden. Pro Jahr ist dabei ein Bauabschnitt vorgesehen, an dem jeweils zwei der vier Wehrfelder gesperrt sind. Als erstes wird vor den beiden Wehrfeldern rechts der Schleusenkammer eine Baugrube eingerichtet werden. Sie "wandert" dann in Richtung rechtes Neckarufer. Aus gutem Grund haben sich die WSA-Experten für die Wanderbaustelle entscheiden: Dadurch, dass nur zwei Wehrfelder abgeriegelt sind, ist der geregelte Wasserabfluss selbst bei Hochwasser gewährleistet. Dem Wasser- und Schifffahrtsamt kommt dabei der glückliche Umstand zugute, dass man in Untertürkheim zur Regulierung auch die beiden Schleusenkammern einsetzen kann.

Startschuss für Wehrmodernisierung

06.04.2007 UNTERTüRKHEIMER ZEITUNG:

84 Jahre alte Anlage am Neckar wird für 18 Millionen Euro von Grund auf instandgesetzt

Von Mathias Kuhn
Die parlamentarische Staatssekretärin Karin Roth gab gestern den Startschuss für die Modernisierung des Untertürkheimer Wehrs. Für insgesamt 18,2 Millionen Euro wird die dringend sanierungsbedürftige Anlage von Grund auf instand gesetzt. Die Baumaßnahmen werden sich bis 2011 hinziehen.

Trotz gebrochener Hand ließ es sich die Esslinger Politikerin gestern nicht nehmen, persönlich ein Zeichen zu setzen. Im Beisein von Vertretern aus Politik und Verwaltung sowie Schaulustigen auf der Brücke setzte die Staatsekretärin im Bundesverkehrsministerium sich mutig in den Schwimmbagger und betätigte den Hebel für die erste Großbohrung am Untertürkheimer Wehr. „Dieser Startschuss ist für mich das Symbol, dass der Neckar nicht abgehängt wird“, meinte die Politikerin. Schließlich seien die Wasserstraßen gerade in Hinblick auf den steigenden Güterverkehr wichtige Lebensadern für das Transportwesen. Der Bund werde deswegen seine Investitionen in die Bundeswasserstraßen deutlich steigern, kündigte sie an. Fast eine halbe Milliarde Euro aus Berlin würde im Laufe der kommenden Jahre in die Modernisierung der 27 Neckarschleusen gesteckt, betonte Heinz-Josef Joeris, der Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest.

18,2 Millionen Euro fließen in die Untertürkheimer Modernisierung. Eigentlich wird das Wehr - selbst verständlich in drei Etappen - abgerissen. „Die Wehrsolen müssen saniert, die Wehrpfeiler neu gebaut und die Wehrverschlüsse komplett ersetzt werden“, erklärte Walter Braun vom Wasser- und Schifffahrtsamt Stuttgart den Zuhörern. Wichtige Bedingung für die Abbrucharbeiten - die Pfeiler werden praktisch abgesägt - ist die Trockenlegung der Wehrfelder. Die Voraussetzung wird durch die nun beginnenden Großbohrungen geschaffen. Das Fundament für die Baugrubenumschließung wird dabei hergestellt. „Die Bohrung wird in 4,5 Meter Wassertiefe durch etwa 8 Meter lockeres Bodenmaterial und Fels abgeteuft und dann verfüllt“, so Braun. Auch um weniger Lärm zu verursachen, würden die Grundbohlen eingerüttelt und nicht gerammt. 62 dieser Bohrungen sind für die Stahlspuntwand des ersten Bauabschnittes notwendig.

Die Inbetriebnahme des ersten Wehrverschlusses ist 2008 vorgesehen, anschließend „wandert“ die Baustelle ein Wehrfeld weiter, sodass das letzte der vier Felder 2011 fertig gestellt sein wird. Mit dem Neubau der Pfeiler geht ein Systemwechsel bei den Verschlüssen und dem Antrieb einher. „Die neuen Rollschützen werden künftig mit Hubketten bewegt“, so Braun. Dadurch wird jeder Pfeiler mit einem eigenen auffälligerem Haus für die Antriebstechnik ausgestattet. Bei der Gestaltung der durch die Aluminum-Verkleidung futuristisch aussehenden Häuser habe man sich am neuen Mercedes-Benz Museum orientiert, meint Joeris.

Nicht nur optisch wird das Wehr den Bereich am Lindenschulviertel aufwerten. „Es wird auch mehr Sicherheit im Falle eines Hochwassers geben“, verspricht Joeris. Mit dem Bauende im Jahr 2011 könnte dann ein weiteres Projekt starten. Das Bundesverkehrsministerium hat 160 Millionen Euro für die Verlängerung der Neckarschleusen bewilligt. Theoretisch könnte also eine Untertürkheimer Schleusenkammer im Anschluss verlängert werden. „Dazu müsste das Land uns bei den Planungen mit etwas mehr als den bisher nur fünf zugesagten Experten unterstützen“, warb Roth um tatkräftige Mithilfe des Landes. Schließlich wolle man gemeinsam für eine gute Infrastruktur und damit ideale Bedingungen für die Wirtschaftsregion sorgen.“

Alte Wehrpfeiler werden abgesägt

19.10.2007 UNTERTüRKHEIMER ZEITUNG

UNTERTüRKHEIM: Stufenweise Erneuerung des Staustufe -
Minihochwasser reißt Teil der Uferbefestigung weg

Von Mathias Kuhn
Die Untertürkheimer Brücke ist momentan beliebter Aussichtspunkt für Bauinteressierte. Die heiße Phase der Modernisierung des über 80 Jahre alten Wehres beginnt. Zwei Wehrfelder sind weitgehend trockengelegt. Kommende Woche soll der erste Pfeiler abgesägt werden. Einen ungewohnten Anblick bekommen momentan Passanten auf der Untertürkheimer Brücke. Sie können den Neckargrund sehen - zumindest vor dem ersten und zweiten Wehrfeld neben der Schleuse.

Im April haben die Experten des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) mit den Arbeiten für den Verschluss der Baugrube begonnen. Im Beisein von Karin Roth, der Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, starteten die Großbohrungen. In den lockeren Neckarboden sowie in die darunterliegende Felsschicht wurden Löcher gebohrt, diese mit Kies gefüllt und Spundwände gesetzt. „Auch um die Lärmbelastung zu mindern, wurden die Wände nicht in den Boden gerammt sondern gerüttelt“, erklärt Andreas Rathgeb von der WSA. Etliche Tauchgänge waren im Laufe der vergangenen Wochen notwendig. Auf 40 Meter Länge wurden auf diese Weise das erste und zweite Wehrfeld abgeschrankt. Schrägpfähle halten die Wandelemente. Schließlich „drücken“ im Oberwasser 4,50 Meter und unterhalb der Staustufe 2,20 Meter Wassertiefe auf die dünne Stahlmauer.

„Mittlerweile haben wir die geplante Baugrube weitgehend trocken gelegt“, erklärt Ingenieur Rathgeb. Die eigentlichen Abbrucharbeiten können starten. Von kommender Woche an wird der erste Pfeiler neben der Schleusenkammer abgetragen. Mit einer Seilsäge werde der Pfeiler vertikal durchtrennt und dann abgebrochen. Projektleiter Rathgeb: „Während der Abbruchzeit, die am 29.Oktober beginnen soll, wird die Untertürkheimer Brücke für den Verkehr von Wangen nach Untertürkheim für etwa zwei Wochen gesperrt.“

Anfang 2008 können die Handwerker dann mit dem Bau des neuen Pfeilers beginnen und die neuen Wehrverschlüsse einbauen. Mit der Modernisierung geht ein Systemwechsel des Antriebs einher. Die neuen Rollschützen werden künftig mit Hubketten bewegt und dadurch sicherer. Dadurch erhält jeder Pfeiler ein eigenes Haus für die Antriebstechnik. Bei der Gestaltung durch eine Aluminiumverkleidung orientieren sich die Architekten am nahe gelegenen Mercedes-Benz-Museum.

Das erste Wehrfeld soll Mitte 2008 in Betrieb gehen. Dann „wandert“ die Baustelle um ein Wehrfeld weiter. 2011 soll dann die Modernisierung aller vier Wehrfelder abgeschlossen sein. Etwa 18,2 Millionen Euro wird die Ertüchtigung der Untertürkheimer Staustufe verschlingen. Auf mögliche Winterhochwasser sind die Baufachleute vorbereitet. Um die Wassermassen ableiten zu können, bleiben immer zwei Wehrfelder betriebsbereit. Zudem könnten im Falle einer Schneeschmelze die beiden Schleusenkammern zur Wasserabfuhr genutzt werden. Einige Minihochwasser hat die Baustelle im Sommer bereits überstanden. „Allerdings hat eine kleine Flutwelle den Uferbereich nahe des Inselbadparkplatzes beschädigt“, berichtet Walter Braun, der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Stuttgart. Teile der Böschung seien abgebrochen. Das Ufer war in diesem Bereich mit Betonplatten versehen. Diese, auch aus ökologischer Sicht, Schwachstelle wird nun behoben. „Wir werden die Böschung mit Steinen befestigen“, so Braun. Zum einen können sich in den Zwischenräumen Tiere und Pflanzen einnisten, zudem rücke ein Stein nach und schließe die Lücke, falls ein anderer vom Wasser weggeschwemmt werde.

Wegen der Abbrucharbeiten wird von Montag, 29.Oktober an die Untertürkheimer Brücke in Fahrtrichtung Untertürkheim für den Autoverkehr für zwei Wochen gesperrt werden. Umleitungen sind ausgeschildert. Fußgänger und Radfahrer können den Gehweg auf der Inselbadseite nutzen.

Neues Antriebssystem für Wehrverschlüsse

21.08.2008 UNTERTüRKHEIMER ZEITUNG:

Schrittweise Sanierung der Untertürkheimer Staustufe im Zeitplan -
Moderne Wehrpfeiler ersetzen die 80 Jahre alten, maroden

Von Mathias Kuhn
Die Baufirmen haben den Sommer an der Untertürkheimer Staustufe genutzt. Die Rohbauarbeiten an den zwei neuen Wehrpfeilern sind abgeschlossen. Die vergleichsweise zierlichen, alten und die futuristischen, neuen Pfeiler stehen - noch - nebeneinander.

Stufenweise sollen alle vier Wehrfelder bis 2011 modernisiert werden. Etwa 18 Millionen Euro wird die Ertüchtigung kosten. Seit Monaten bietet sich den Fußgängern auf der Untertürkheimer Brücke ein sehenswertes Spektakel. In einer nur durch eine Spundwand vom Neckar getrennten Baugrube sanieren Handwerker das Untertürkheimer Wehr. Schon mehrfach hatten die Wehrverschlüsse nämlich Probleme bereitet und Untersuchungen der Bausubstanz wiesen zudem darauf hin, dass die Neckarfluten in den vergangenen 80 Jahren Spuren hinterlassen hatten. „Deswegen werden die vier Wehrfelder sukzessive modernisiert und gleichzeitig die Bauarbeiten genutzt, um auf ein neues Antriebssystem umzustellen“, erklärt Walter Braun, der Leiter des Wasser und Schifffahrtsamts Stuttgart.

Die neuen Rollschützen werden künftig mit Hubketten statt mit Seilen bewegt. Voraussetzung dafür ist, dass jeder Wehrpfeiler ein eigenes Haus für den Antrieb erhält. Die alten, ohnehin maroden Pfeiler müssen weichen. Den Anfang machten die ersten beiden neben der Schleusenkammer. Sie wurden zunächst abgesägt. In den vergangenen Wochen wuchsen die beiden neuen Pfeiler kontinuierlich in die Höhe. „Der Rohbau ist weitgehend abgeschlossen“, bestätigt Claudia Stoll vom Amt für Neckarausbau. Seitdem die Gerüste abgebaut sind, können die vielen Neugierigen das künftige Aussehen bewundern.

Der Architekt habe dabei eine kleine Anleihe ans Aussehen des Mercedes-Benz-Museums gemacht, sagt Braun. Die Außenfassade wird noch mit einer wellenförmigen Aluminiumstruktur verkleidet werden. In den kommenden Wochen folgt nun der Innenausbau der Pfeiler und die vorbereitenden Arbeiten für den Einbau des Wehrverschlusses fürs erste Wehrfeld. „Der Wehrverschluss selbst und auch der Steg zwischen dem ersten und zweiten Pfeiler werden - vermutlich im Spätherbst - mit einem Schwimmkran eingehoben werden“, verkündet Stoll eine weitere Attraktion für die Baustellenkiebitze. Dabei wird es um Millimeter gehen. Schließlich soll der neue Wehrverschluss dicht sein und die nächsten Jahrzehnte möglichst problemlos bei Normal- und Hochwasser den Neckarpegel regeln. Sobald er zuverlässig seinen Dienst tut, wird die Spundwand vor dem ersten Wehrfeld entfernt - das Neckarwasser kann an dieser Stelle wieder über die Staustufe fließen und geregelt werden.

Die Baustelle „wandert“ dann um ein Wehrfeld weiter. Der dritte Pfeiler kann abgesägt und der zweite Wehrverschlusss ausgetauscht werden. Insgesamt wird die Sanierung aller vier Wehrfelder 2011 abgeschlossen sein. Etwa 18,2 Milllionen Euro hat der Bund für die Ertüchtigung locker gemacht. Inbegriffen ist auch die Fernbedienung. Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamts können künftig die Verschlüsse aus der Fernbedienzentrale in Obertürkheim steuern. Im Hochwasserfall müssen die Staustufen in Untertürkheim und Bad Cannstatt bislang noch mit Personal direkt vor Ort bedient werden, während die drei Esslinger, die Obertürkheimer und die Hofener Wehre bereits von den Schleusenwärtern ferngesteuert werden.

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