Unser Kolumnist erinnert heute an seinen Urgroßonkel Wilhelm Maybach. Der Pionier des Automobilbaus
ist vor 75 Jahren in Cannstatt gestorben.
Sei Ururgroßmutter isch dui Maria Dorothea Hahn (1713-1780) gwä von Sielmenge uff de Filder, dui Schwester von dem "wahrhaft Newtonschen Kopf'' Philipp Matthäus Hahn (1739-1790) seim Vatter. Ond uff d'Welt komme isch'r am 9. Februar 1846 en Heilbronn als zwoitältester von dene fönf Buebe vom Schreinermeister Christian Carl Maybach (1813-1856) aus Löwenstein ond dem Böblenger Schuehmachersmädle Louise Barbara, geborene Dannwolf (1814-1854).
Ond en dene schlechte Zeite seinerzeit isch dui Schreinerei eigange, ond die Maybach send anno 1850 uff Stuegert zoge, ond der Vatter hat en dr Klavierfabrik Schiedmayer gschafft. Ond der Wilhelm isch acht Jahr alt, da stirbt ihm sei Muetter weg, ond er isch zehn, da zieget se sein Vatter aus dem Böblenger See, ond se saget gnädigerweis, der verzweifelte Ma sei "ertrunken''.
Ond en dr Zeidong kommt a herzergreifende Annonce mit der "Bitte an edle Menschenfreunde für 5 vater- und mutterlose Knaben von 12 bis 4 Jahren''. Ond Gott sei Dank liest dui der edle Menschenfreund Gustav Werner (1809-1887) ond holt die Woisekender en sei Bruderhaus nach Reutlenge, ond nach dr Schuel ond Konfirmation därf der Wilhelm a Lehr mache en dr "Maschinenfabrik zum Bruderhaus'' ond wird technischer Zeichner. Ond der Fabrikdirekter hoißt grad Gottlieb Daimler (1834-1900), ond der merkt glei, was der jonge Kerle für a Käpsele isch, ond lässt ihn voll seiner Lebtag bei sich schaffe, en Karlsruhe, en Deutz ond seit 1882 en Cannstatt, wo die zwoi em Gottlieb seim Gartehäusle mit Erfolg an ihrer Weltrevolution romtüftlet.
Ond des därf mr ruhig sage, ohne den geniale ond schwäbisch bescheidene Maybach hätt dr Gottlieb jedefall sicher heut no koi Auto erfonde, denn onter ons: "Die meisten Patente von Maybach laufen auf Daimlers Namen.''
Ond wie dr Gottlieb des Maulbronner Apothekerstöchterle Emma Pauline Kurz (1843-1889), heiratet, lernt dr Wilhelm bei dr Hochzich dere ihr Freundin, des Maulbronner Wirts- ond Posthalterstöchterle Bertha Wilhelmine Habermas (1851-1931), kenne, ond nach zehn Jahr (!) Verlobungszeit därf'r se no endlich heirate, ond en ihrer "sehr glücklichen Ehe'' hend se oi Mädle ond zwoi Buebe, ond dr oine drvo isch der seim Vatter kongeniale Konstrukteur Karl Maybach (1879-1960).
Anno 1890 hend se dui "Daimler-Motoren-Gesellschaft'' (DMG) gründet, ond dort hend sich jetz so kapitalistische Krämerseele ohne jeden technische Verstand broitgmacht ond den Gottlieb uff d'Seite druckt ond dem Wilhelm so en miese Vertrag gebe, dass der von selber gange isch ond a Versuchswerkstatt en Cannstatt uffgmacht hat. Aber wie's mit dere DMG abersche gange isch, hend se ihn glei wieder gholt ond em Dezember 1895 zom Technische Direkter gmacht. Ond zom Dank baut er den erste Daimler-Lastwage, des erste Daimler-Taxi ond den erste Daimler-Omnebus. Ond anno 1900 - dr Gottlieb isch grad gstorbe gwä ond hat den Welterfolg nemme verlebt - konstruiert dr Maybach den erste Mercedes ond wird jetz weltberühmt als "König der Konstrukteure''.
Ond vor lauter Tag- ond Nachtschafferei, nach "jahrzehntelangem Raubbau mit seinen Kräften'' ond dem ewige Gehändel mit dene Schärhoulderwälljuhschlurger wird'r herzkrank, ond die Intrigante ond Neider en dr Firma mobbet ihn 1907 voll naus, ond em Ruhestand hilft'r seim Karl bei seine Zeppelin- ond Flugzeugmotore, ond lebt als "Vater des Automobilismus von der Gesellschaft hochgeachtet und verehrt'', vom Kaiser ond Keenich mit hohe Orde vollghängt en Cannstatt en seim Haus en dr Freiligrathstraß 7. Ond dort stirbt der gscheite ond fromme Ma am 29. Dezember 1929 an're Longeentzöndong ond wird uffm Uffkirchhof net weit weg von seim Gottlieb vergrabe.
Ond en dr Zeidong hend se gmoint, "in der Geschichte des Automobilbaus wird ihn die Welt als einen der genialsten Konstrukteure ehren.''
En scheene Christtag ond bleibet xond.