Großfürstin Katharina Pawlowna von
Russland, Königin von Württemberg
Geboren
1788 in Zarskoje Selo. Enkelin der Zarin Katharina II., der Großen
von Russland, Tochter des Zaren Paul I. und der württembergischen
Prinzessin Sophie Dorothée von Württemberg (Tochter des
Herzogs Friedrich Eugen) und damit eine Cousine ihres zweiten Gatten
König Wilhelm I. (sein Vater König Friedrich I. von Württemberg
war der Bruder von Sophie Dorothee).
1796 stirbt Katharina II., Prinzessin Katharinas
Vater Paul I. tritt die Regierung an. Er leidet unter Obsessionen und
Verfolgungswahn.
1801 wird Zar Paul I. ermordet. Der älteste Bruder Katharinas,
Zarewitsch Alexander wird sein Nachfolger auf dem russischen Thron.
1808/09 wirbt Kaiser Napoleon um die russische Prinzessin Katharina.
Die Mutter ist gegen die Heirat, der Bruder (Zar Alexander) zunächst
nicht ablehnend. Katharina selbst ist nicht an einer Heirat mit Napoleon
interessiert, würde "lieber einen Ofenheizer in Zarskoje"
ehelichen. Auf der langwierigen Suche nach einer passenden Partie für
die Großfürstin Katharina an allen Höfen Europas war
auch ihr Vetter Wilhelm von Württemberg im Gespräch. Katharina
lehnte ihn ab.
1810 wird relativ überstürzt und überraschend die Verlobung
Katharinas mit ihrem Vetter Georg von Oldenburg (er
weilte am russischen Hof) bekanntgegeben, kurz darauf findet die Hochzeit
statt. Georg von Oldenburg wird Gouverneur in der russischen Provinz,
in Twer. Katharina nimmt regen Anteil an seiner Arbeit, sorgt sich um
Schulen und Arme, setzt sich für Krankenhäuser und andere
karitative Einrichtungen ein.
1812 stirbt Katharinas Mann an Typhus. Katharina ist über diesen
Verlust sehr betrübt, ist aber entschlossen, wieder einen Mann
zu suchen. Vornehmlich zu diesem Zweck bereist sie die folgenden Jahre
die Höfe Europas, Zeitgenossen sprechen von einer geradezu manischen
Reisewut. Sie hält sich in England auf, später in Österreich.
Katharina verliebt sich in Erzherzog Carl von Österreich, die Mutter
ist gegen eine solche Heirat (mit einem Katholiken). Wilhelm I von Württemberg
kommt wieder als Ehekandidat ins Gespräch. Auf seiten des zukünftigen
Königs von Württemberg war es zunächst politisches Kalkül,
das ihm diese Verbindung erstrebenswert erscheinen ließ, Katharina
hat sich aber wohl tatsächlich in den Kronprinzen verliebt.
1816 erfolgt in St. Petersburg die Heirat, danach der Einzug in Stuttgart.
Noch im selben Jahr stirbt Katharinas Schwiegervater König Friedrich
I., Wilhelm I. folgt ihm auf den Thron.
Als Königin widmet sich Katharina mit besonderem Engagement (und
zum Teil mit ihren eigenen Vermögen) dem Aufbau einer Sozialstruktur
in Stuttgart und Württemberg. Neben dem Katharinen-Stift in Stuttgart
gründet sie etliche andere Schulen, und führt moderne Lehrpläne
ein (Turnen für Mädchen etwa). Das Katharinenhospital in Stuttgart
trägt heute noch den Namen der Gründerin, andere Spitalbauten
im Land gehen auf die Initiative der Königin zurück. Außerdem
lässt Königin Katharina die Katharinenpflege, Kinderanstalten,
Suppen- und Speiseanstalten bauen (1817/18 herrschte Hungersnot in Württemberg).
Sie gibt dem Land damit für Jahrzehnte gut funktionierende karitative
Einrichtungen, die es andernorts zu dieser Zeit noch nicht in diesem
Ausmaß gab. Zu bedenken gilt zudem, dass Königin Katharina
dies alles innerhalb von nur drei Jahren auf den Weg brachte. Denn sie
stirbt sehr plötzlich mit gerade 30 Jahren.
1819 im Januar erkrankt Königin Katharina zunächst an einer
Grippe, daraus wird eine Gürtelrose. Nach wenigen Tagen stirbt
sie an dieser eher harmlosen Krankheit. Angeblich hatte sie jäh
aller Lebenswille verlassen, was dahinter steckte, wurde nicht bekannt.
Königin Katharina wird zunächst provisorisch in der Stuttgarter
Stiftskirche beigesetzt - unter großer Teilnahme der Bevölkerung.
Doch schon bald nach dem Tod der Königin läßt König
Wilhelm die ehemalige Stammburg Wirtemberg schleifen, das Plateau planieren.
Nach den Plänen des Architekten Giovanni Salucci wird die großartige
Grabkapelle auf dem Rotenberg errichtet.
1824 kann der Sarg Königin Katharinas feierlich in der Gruft der
Kapelle beigesetzt werden.