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| (32) Die Grabkapelle
auf dem Württemberg von 1824 English: The Sepulchral Chapel on Wuerttemberg Mountain |
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Hier stand
die ehemalige Stammburg Wirtemberg aus dem 11. Jahrhundert. "Eine Feste mit drei Ringmauern, umfangreichen Stallungen
und mehreren Nebengebäuden, einem schönen Innenhof und einem stattlichen
Herrenhaus": So präsentierte sich das Bauwerk, dessen Burgkapelle
am 7. Februar 1083 geweiht wurde. Gezeichnet durch Zerstörungen und Wiederaufbau in den Jahren danach, fiel es nach dem Tod von Königin Katharina, 1819, endgültig der Vernichtung zum Opfer. Die im ganzen Land beliebte Großfürstin und Tochter von Zar Paul l. von Russland, starb im Alter von erst 31 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Ihr Wunsch, auf dem Wirtemberg begraben zu sein, veranlasste König Wilhelm l. die Burg schleifen zu lassen und durch ein Grabmal zu ersetzen. Nach dem Entwurf des in Italien geborenen Hofbaumeisters Giovanni Salucci entstand auf der Bergkuppe eine Grabkapelle auf 411 m Höhe.
In der Gruft der Grabkapelle auf dem Württemberg liegen:
In ihr wurde am 5.Juni 1824 die Königin beigesetzt. In einem Doppelsarkophag fand sie in der Gruft des Bauwerks ihre letzte Ruhestätte. 1864 starb König Wilhelm I. Seine Beisetzung an der Seite seiner Gemahlin erfolgte in aller Stille. 1887 wurde auch seine Tochter Prinzessin Marie in der Gruft bestattet. ![]() Giovanni Salucci, 1769 in Florenz geboren, wirkte von 1817 bis 1839 am württembergischen Hof. Neben Thouret war er zu seiner Zeit der bekannteste Baumeister im Land. Schloss Rosenstein, Wilhelmspalais und Löwentor sind nach seinen Plänen entstanden. Die Kapelle, in klassizistischem Stil erbaut, wurde der heilig gesprochenen Märtyrerin Katharina geweiht und zur kaiserlich-russischen Gesandtschaftskirche erhoben. Seit 1907 ist die Grabkapelle für die Öffentlichkeit zugänglich. Rotunde mit vier "Säulenvorsprüngen"
Das "Morgenblatt für gebildete Stände" bezeichnete die Grabkapelle
bereits schon vor ihrer Fertigstellung als "ein Meisterstück der Baukunst"
und misst es mit den "schönsten Denkmälern des Alterthums". In das Rund der flach gewölbten Gruft, die durch ein mit einem Gusseisengitter verschlossenes Opaion beleuchtet wird, schneiden vier kreuzförmig angeordnete halbkreisförmige Nischen ein. In ihnen befinden sich der große Doppelsarkophag König Wilhelms I. und seiner Gemahlin Katharina sowie der Sarkophag der Prinzessin Marie. Zum Gedenken an die verstorbene Königin findet in der Grabkapelle an jedem Pfingstmontag ein russisch-orthodoxer Gottesdienst statt. ENGLISH:
The Sepulchral Chapel on Württemberg Mountain |
Standort 411 m ü.M. Stuttgart - Rotenberg Württtemberg Straße 340 |
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| NEU: Auf das linke Bild klicken, um
die Grabkapelle als 3D-Modell für
GOOGLE-EARTH zu laden "Grabkapelle" von Stuttgarter Stadtmessungsamt - Karte in GOOGLE MAPS Größere Kartenansicht |
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| Stuttgarter Zeitung, 12.05.1993 Die Grabkapelle ![]() "Die Liebe höret nimmer auf." Die Inschrift über dem Eingang zur Grabkapelle auf dem Rotenberg wählte Württembergs König Wilhelm I. für Katharina, mit der er in glücklicher Ehe knapp drei Jahre zusammenlebte. Wie sehr er die russische Großfürstin und Zarentochter geliebt hat, beweist der gemeinsame Sarkophag in der Gruft. Er wollte an der Seite Katharinas ruhen, obwohl er gut ein Jahr nach ihrem Tod aus Staatsräson seine Base Pauline geheiratet hatte, die ihm den Thronfolger gebar und viel länger mit ihm zusammenlebte. Von Schloß Rosenstein aus, ihrer Lieblingswohnung, konnte Katharina hinüberblicken zur Stammburg Württemberg oberhalb des Dorfes Rotenberg. Dort, so äußerte sie, wolle sie einmal begraben sein. Der Witwer Wilhelm nahm ihren Wunsch so ernst, daß er gleich nach ihrem Tod am 9. Januar 1819 die intakte Burg abtragen ließ, um eine Grabkapelle zu errichten. Hofbaumeister Salucci entwarf eine an das römische Pantheon angelehnte klassizistische Form mit rundem Grundriß und drei Vorhallen in Form eines griechischen Kreuzes, getragen von ionischen Säulen. Die dreiteilige Freitreppe, die dem Besucher eine herrliche Aussicht präsentiert, ist flankiert von gußeisernen Opferschalen, für nächtliche Feuer gefertigt in Wasseralfingen. Dem Stil des königlichen Paares entsprechend, fehlt der Grabesstätte fürstlicher Prunk. Auch das Innere ist schlicht gehalten. Acht korinthische Säulen symbolisieren dort die Minister Wilhelms, 120 Stuckrosetten in der Kuppel die Beigeordneten Württembergs. Die Statuen der vier Evangelisten sind der einzige figürliche Schmuck; der Johannes wurde vom damals berühmtesten schwäbischen Bildhauer, Johann Heinrich Dannecker, die drei anderen nach dem Entwurf des bekannten dänischen Bildhauers Bertel Thorwaldsen von dessen schwäbischen Schülern in Rom gestaltet. Da in der letzten Ruhestätte Katharinas auch ihre russischen Schätze
aufbewahrt werden sollten und die Kapelle bis 1895 als russische Gesandtschaftskirche
diente, ist der schlichte Altar im Chor nach orthodoxem Brauch durch eine Bilderwand,
eine Ikonostas, verdeckt. Sie war zu Lebzeiten der frommen Königin im Wolga-Schloß Twer
aufgebaut, wo Katharina während ihrer ersten Ehe wohnte. Unter den Ikonen
an der Wand ist auch eine, die die damalige Großfürstin selbst gestickt
hatte. Auch die Gruft ist schlicht gehalten. Den gemeinsamen Sarkophag des Königspaares aus Carrara-Marmor, in Florenz nach einem Entwurf Saluccis gefertigt, zieren die russischen Wappentiere Adler und Uhu, verbunden mit den württembergischen Löwen und dem Hirsch. In einem weiteren Sarkophag ruht Marie, erste Tochter des Paares, die mit Graf Alfred von Neipperg vermählt war. Die zweite gemeinsame Tochter, Sophie, war Königin der Niederlande und ist dort beigesetzt. Schließlich stehen in der Gruft die Büsten der drei württembergischen Könige Friedrich (Vater Wilhelms I.), Karl (Sohn Wilhelms aus der Ehe mit Pauline) und Wilhelm II. sw |
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Nach 80 Jahren vereint -
Seit Himmelfahrt sind die russisch-orthodoxe Kirche und die russisch-orthodoxe Auslandskirche wieder vereint. Am Pfingstmontag wurde der erste gemeinsame Gottesdienst in der Grabkapelle der Königin Katharina auf dem Württemberg zelebriert. Von Fariba Sattler Mehr als 400 Gläubige drängen sich am Morgen in der Grabkapelle. Manche müssen im Regen stehen. Aber was machen schon ein paar Tropfen, wenn man ein einmaliges Ereignis in der tausendjährigen Geschichte der Russischen Kirche feiert. Nach mehr als 80 Jahren Trennung sind das Moskauer Patriarchat und die russisch-orthodoxe Auslandskirche wieder vereint. "Beide sprechen nun mit einer Stimme und das gespaltene Bild ist Vergangenheit", sagt Erzpriester Ilya Limberger von der russisch-orthodoxen Kirche im Ausland Stuttgart. Die russische Revolution, der Bürgerkrieg und die Gott leugnende Macht der Bolschewiki trieben etwa drei Millionen russisch-orthodoxe Gläubige aus dem Land. "Sie haben in Freiheit ihre eigene Kirche gegründet, die in Russland wurde eingeschränkt und unterdrückt. So kam es zur Spaltung", sagt Limberger. 1922 schlossen sich die Gemeinden außerhalb zur Auslandskirche zusammen, die sich trotz der Spaltung als Teil der russischen Kirche verstand. "Nach der Perestroika in den achtziger Jahren war die Unabhängigkeit der russischen Kirche wieder hergestellt. Das Moskauer Patriarchat und die Auslandskirche konnten sich annähern", sagt der Erzpriester. Die Wiedervereinigung wurde am Himmelfahrtstag dieses Jahres in Moskau besiegelt. So wurde der Pfingstgottesdienst in der Grabkapelle auf dem Württemberg zum ersten Mal von beiden Teilen der russischen Kirche gemeinsam gefeiert. Erzbischof Mark von Berlin und Deutschland von der russisch-orthodoxen Kirche im Ausland und Erzbischof Feofan von Berlin und Deutschland vom Moskauer Patriarchat sowie etwa vierzig Priester aus ganz Deutschland standen gemeinsam vor dem Altar. Nach dem Gottesdienst wurde die Einheit mit einem Festessen im Cannstatter Kursaal gefeiert. |
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