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Untertürkheim ist
die Geburtsstätte der UT-Motorräder
85 Jahre ist es
her, seit die ersten Motorräder von
Firmengründer Hermann Scheihing
dort gebaut wurden
120 Jahre alt wäre Hermann Scheihing
in 2010 geworden
Die UT-Freunde nehmen das zum Anlass für das
3. Internationale UT–Markentreffen
am Sa./So. 4./5. September 2010
das diesesmal gemeinsam mit dem BOXENSTOP Auto- und Spielzeugmuseum
organisiert und in Tübingen abgehalten wird.
Eingeladen sind Besitzer von fahrfähigen bzw. restaurierten historischen
Motorrädern der Marke UT:
- 1922-26 UT-Motoren- und Fahrzeugbau Stgt.-Untertürkheim
- 1927-30 Bergmüller und Co. Maschinenfabrik Stgt.-Vaihingen
- 1931-62 Schwenk & Schnürle
GmbH Stuttgart-Möhringen
Ebenso eingeladen sind alle “Oldtimer-Fans” als
Zuschauer.
Weitere Informationen erhalten Sie bei :
Günter Wolf (Dipl. Ing.), Ulmenstr. 103, 71088 Holzgerlingen
Tel. + Fax. 07031-601828, g11wolf@T-online.de (UT-Freunde)
Veranstalter ist das
Boxenstop Auto- und Spielzeugmuseum, Brunnenstrasse 18,
72074 Tübingen, Tel. 07071-929080, Fax. 07071- 929099
www.boxenstop-tuebingen.de
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 In
Untertürkheim startete einst die "UT"
Ein Stück Motorradgeschichte
Zweiräder bis 200 ccm waren steuer- und führerscheinfrei |
Aus der Stuttgarter "Filderzeitung" vom 7. Februar 1991
In einem Fabrikareal an der Leineweber- und Balinger
Straße in Möhringen wurden einst ,,UT-Motorräder" gebaut.
In Stuttgart - Untertürkheim hatte es angefangen. Das erste Modell von
UT war dort bereits 1922 fertig. In Untertürkheim setzte der versierte
Konstrukteur Karl Scheyer (richtig: Hermann Scheihing) den Eigenbau zusammen
und nannte ihn nach der ,,Geburtsstadt" UT.
Diese Maschine von 200 ccm war schon ein richtiges Motorrad, das auf
der Straße alle Bedingungen für eine Tourenmaschine erfüllte.
Helmut Schnürle, Sohn des früheren UT-Fabrikanten,
zwischen zwei der alten Maschinen. Foto: A. L
Nach
den ersten Serien baute Scheyer (richtig: Scheihing) ein 250-ccm- Motorrad
in Sportbauweise. Es hatte einen großrippig verkleideten Motor, der anfangs
4,5 PS besaß - und später 5,5 PS aufwies. Ein Motorradfan von heute wird
darüber nur lächeln ...
Damals waren Maschinen bis 200 ccm steuer- und führerscheinfrei. Daher
kamen die 200er Motorräder, was die Stück- zahlen betraf, ziemlich ungestüm
voran. 1926 wurde dann das UT-Zweirad-Werk nach Vaihingen verlegt, die
Räume in Untertürkheim waren zu klein geworden.
Die Produktion wuchs, auch im Ausland galt der Name UT etwas. Die Industriellen
Schwenk & Schnürle kauften 1934 das Bergmüller-Werk auf und konnten
dann in Stuttgart-Möhringen die Fabrikation in größeren Fabrikanlägen
erheblich steigern.
Im Auto- und Technik-Museum Sinsheim entdeckten wir, an einer Wand hängend,
eine 125-ccm-Maschine von UT. So kam uns der Gedanke die schon etwas
in Vergessenheit geratene Maschine (1968 mußte das Werk schließen) einmal
nostalgisch einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Zuletzt wurden
jeweils zehn Maschinen in einem Arbeitsgang montiert.
Immer wieder äußerten sich alle Käufer sehr zufrieden mit der Zuverlässigkeit
und dem geringen Verschleiß der UT, der Umsatz stieg von Jahr zu Jahr.
Die Inhaber Schwenk & Schnürle wirkten in der Fabrik mit, in der
ein gutes Betriebsklima herrschte.
Die
großen Renneinsätze lagen in der Zeit von 1926 bis 1930. In der Klasse
bis 250 ccm, als Zweitakter, wurde der liegende Zylinder des Bekamo-Systems
eingesetzt. Bei den Klassen 350 und 500 ccm wurde meist der berühmte
Jap-Motor eingebaut. Mit den Rennfahrern Otto Kohfink (Bietigheim) H.
P. Müller (Bielefeld) und Hans Soenius (Köln) waren bekannte Asse des
Rennsports dabei, die UT oft zum Siege führten.
UT - Motorrad von 1929 - Foto vom
1. "UT"
- Motorradtreffen der UT
Freunde in Untertürkheim
Im ersten Kriegsjahr 1939 konnte man
nur noch Maschinen von 350 ccm herstellen. Motorräder wurden ausschließlich
für die Wehrmacht hergestellt. Zuletzt die 125er-Maschinen. Danach mußte
man auf Rüstung umstellen.
Nach 1945 traten alle Mechaniker, die noch lebten, sofort wieder bei
UT an, um ihre" Maschinen weiter bauen zu können. Das Geschäft
lief bald auf vollen Touren.
 
"UT" KTN 175 und KTN 125 aus 1951 - Werbeprospekt
Ein Höhepunkt im Jahr 1951 war der erstmals im
Motorradbau vorgenommene Einbau einer Hinterrad-Federung. Auch die
Vorderrad-Teleskopgabel, beides UT-Patente und ihrer Zeit voraus, trugen
weiterhin zur Beliebtheit der Motorräder aus Möhringen bei.
Während
die Menschen in den fünfziger Jahren mit ihren Zweiradmaschinen noch
zufrieden waren, weil sie das unabhängige und billige Transportgerät
war, änderte sich das noch im gleichen Jahrzehnt: Das lange vermißte
Auto tauchte jetzt in immer stärker werdenden Einheiten auf. Ein Dach
über dem Kopf" zündete mehr, auch wenn die ersten Kleinwagen meist
nicht mehr PS hatten als die schweren Motorräder. Die Vollmotorisierung
war nicht mehr aufzuhalten. Die Lage auf dem Motorrad-Sektor wurde
immer prekärer. Auch die tüchtigen Werker aus Möhringen blieben davon
nicht verschont. Nach 34 Jahren mußten Schwenk und Schnürle schließen
- die Japaner verdrängten fast alle Deutschen Motorräder.
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1. UT- Markentreffen
2000
Am 10. und 11. Juni 2000 fand im Rahmen der 800-Jahr-Feier von Untertürkheim
das 1. "UT" Motorradtreffen der UT Freunde statt. Dieses
Treffen wurde im wesentlichen von Herrn Günther Wolf und dem AMCU
(Automobil Club Untertürkheim) organisiert. ...
(mit zahlreichen Fotos - Bsp. siehe oben) Die Firmengeschichte der
Marke UT endete 1962 und sie lässt sich heute im historischen
Rückblick in drei Abschnitten darstellen:
1922-1926
UT- Motoren- und Fahrzeugbau
Stuttgart-Untertürkheim - Im Häldle 9
- 1927-1930 Bergmüller & Co.
Maschinenfabrik Stuttgart-Vaihingen
- 1931-1962 Schwenk & Schnürle GmbH
Stuttgart- Möhringen -
bis 1934 wurde noch in
Stg - Vaihingen produziert
Aus: www.amc-untertuerkheim.de

Im Jahre 2000 veranstaltete der
AMCU im Rahmen der 800-Jahr-Feierlichkeiten in Untertürkheim sein
1. Internationales "UT"-Oldtimer- Motorradtreffen.
Fast 50 Liebhaber und Sammler alter "UT"- Motorräder aus
dem In- und Ausland trafen sich am Pfingstwochenende im Ortskern der
Stadt, um ihre Raritäten, die zum Teil noch in der Werkstatt des
Firmengründers Hermann Scheihing in Untertürkheim gebaut wurden,
der Öffentlichkeit zu präsentieren.
An zwei Tagen wurden die Oldtimer, bevor sie auf Rundfahrt gingen,
vom
"UT"-Spezialisten Günter Wolf vorgestellt.
Mit dieser Veranstaltung wurde neben
dem motorsportlichen Leckerbissen auch ein Stück Untertürkheimer
Kultur wieder in Erinnerung gebracht.
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2. Internationales UT -
Markentreffen 31. Juli 2005
Stuttgart-Untertürkheim
Sonntag 31. Juli 2005
mehr Details hier
Die
Gründungswerkstatt von 1922 der UT-Mottorräder
in Untertürkheim - Im Häldle 9 |
| Weitere
Homepages mit Informationen zu UT - Motorrädern
=>
http://www.geocities.com/be_wn/ut.htm
Hier einige Ausschnitte aus der UT-Homepage von Günter Wolf
:
Hermann Scheihing
(geb. am 15.06.1890, gest. am 31.05.1934) aus dem Stuttgarter Vorort
Untertürkheim war der Gründer der Motorradmarke "UT".
Nachdem er zuvor beim Automobilhersteller Daimler-Motoren-Gesellschaft
in Untertürkheim gearbeitet hatte, führte er ab dem Jahr
1922 seine eigene mechanische Werkstätte, die sich später "UT
- Motoren- & Fahrzeugbau
" nannte. Zunächst wurden dort mechanische Teile im Auftrag
hergestellt, aber auch kleine Taschenfeuerzeuge und Ähnliches.
Hermann Scheihing und seine Frau Elise, geb. Gassmann, waren beide
begeisterte Motorradfahrer. ...

Fotos vom 1. "UT" Motorradtreffen der UT Freunde
in Untertürkheim
am 10. + 11. Juni 2000
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Weitere Websites mit Informationen
zu UT - Motorrädern
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Motorroller
aus Stuttgart - Untertürkheim
Die Untertürkheimer Firma
Gottlieb Gaßmann
Stuttgart-Untertürkheim,
Hindelanger Str. 15
stellte von 1950-1958
einen 150 ccm Motorroller
vom Typ "STROLCH" her.
Strolch 150 ccm
G. Gassmann, Stuttgart
Fichtel & Sachs - Einzylinder - Zweitaktmotor
Hubraum 150 ccm
Höchstgeschwindigkeit ca. 85 km/h
6,5 PS
4-Gang-Fußschaltung
Vorder- und Hinderrad-Federung
Tankinhalt 7,5 Liter
Gewicht 90 Kilogramm
Literatur:
Gaßmann - Strolch - Das Motorrad - Heft 8/ 1953
später Progreß-Werk AG Oberkirch
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In den 20er Jahren hat es in Stuttgart
fünfzehn verschiedene Motorradmarken gegeben
Stuttgarter Wochenblatt vom 19.2.2004
Der Solitude-Revival-Verein fühlt sich dem Standort Stuttgart sehr
verpflichtet - Präsentation der Motorräder auf den Retro Classics
STUTTGART - Der Solitude Revival e. V. zeigt auf den Retro Classics
vom 27. bis 29. Februar 2004 Motorräder, die in Stuttgart hergestellt
wurden. Zu sehen sind die Marken Standard, Klotz und UT. Insgesamt gab
es in den zwanziger Jahren in Stuttgart 15 verschiedene Motorrad-Marken,
was gänzlich unbekannt ist.
Die Solitude Revival-Macher sind bei Ihren Recherchen der Frühzeit
der Solitude-Rennen zunehmend auf vergessene Motorradmarken in Stuttgart
aufmerksam geworden. "Wir fühlen uns dem Standort Stuttgart
und dessen Geschichte verpflichtet", bekennt Tobias Aichele.
"Auf den Retro Classics werden wir dieses Thema deshalb erstmals
überhaupt aufgreifen", fügt der Solitude Revival-Vorstand
weiter aus. Während der Feierlichkeiten "50 Jahre Rallye Solitude"
vom 18. bis 20. Juni 2004 werden einige der 15 Motorrad-Marken sogar
während des Stadt-Grand-Prix in Gerlingen zu sehen sein.
Die meisten Stuttgarter Motorradmarken wurden in den zwanziger Jahren
gebaut. Damit war Stuttgart neben Berlin und Nürnberg eine Motorrad-Hochburg.
Die Firma Klotz war beispielsweise in der Bahnhofstraße, der heutigen
Heilbronner-Straße beheimatet. Im Großraum Stuttgart hat
nur ein Klotz-Motorrad überlebt. Besitzer Bernhard Remmele wird
dieses auf den Retro Classics erstmals öffentlich ausstellen.

Die
Werkstatt 1925 und im Jahre 2005 >>
Untertürkheim - Im Häldle 9
Hermann Scheihing machte sich nach seiner Tätigkeit
bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Untertürkheim selbständig
und eröffnete
im Jahr 1922 eine mechanische Werkstätte, aus der die Firma "UT
Motoren- und Fahrzeugbau" hervorging. Das stabile
Fahrwerk, der tiefe Schwerpunkt und die sorgfältige Verarbeitung
führten
bereits in den Anfangsjahren zu zahlreichen Erfolgen bei Bergrennen
und Zuverlässig- keitsfahrten.
Am 27. Mai 1927 folgte der erste Sieg auf der Solitude. Auf den Retro
Classics in Stuttgart ist ein Exemplar aus dieser Ära zu sehen,
mit 250 Kubikzentimeter Hubraum.
Die Marke Standard wechselte den Firmensitz von Ludwigsburg
nach Feuerbach und schließlich nach Plochingen. Auch diese Marke
setzte Rennmaschinen auf der Piste vor den Toren Stuttgarts ein. Ein
Exemplar mit 350 Kubikzentimeter ist auf dem Solitude Revival-Stand
zu sehen.
Andere Stuttgarter Motorradmarken waren beispielsweise die Firmen "Auto
Ell" in der Herzogstraße, "G. Adolf
Remp", kurz G.A.R., in Münster oder
die Firma "Lupus Motorenbau" in der Landhausstraße.
Die bekannteste Marke der Nachkriegsjahre war "Kreidler"
in Kornwestheim.
Die Rallye Solitude feiert im Jahr 2004 ihren 50. Geburtstag. An diese
Tradition knüpft der Solitude Revival e. V. an und veranstaltet
vom 18. bis 20. Juni 2004 die Jubiläumsveranstaltung "50 Jahre
Rallye Solitude". Damit wird ein weiterer Bereich des Mythos Solitude
in Erinnerung gerufen. Neben den Solitude Berg- und Rundstreckenrennen,
die von 1903 bis 1965 vor den Toren Stuttgarts ausgetragen wurden, festigte
die Rallye Solitude in den fünfziger und sechziger Jahren den Stellenwert
der Landeshauptstadt als Kompetenzzentrum des Automobils und des Motorsports.
Für Klaus Lindemann, Chef von Stuttgart Marketing, ist es ein
Glück für die Stadt Stuttgart, diese Tradition zu haben. "Wir
freuen uns, dass wir mit diesem faszinierenden Event für alt und
jung, die "Stadt der Mobilität", so sympathisch in aller
Welt bewerben können".
Die Jubiläumsveranstaltung "50 Jahre Rallye Solitude"
beginnt am Freitag, den 18. Juni 2004 mit der Papierabnahme beim relexa
Waldhotel Schatten, dem Rallye-Hotel des Jubiläumswochenendes.
Danach beziehen die Fahrzeuge das Fahrerlager auf dem Mitarbeiterparkplatz
der Robert Bosch GmbH.
Am Samstag, den 19. Juni 2004 absolvieren die Teilnehmer im Großraum
Stuttgart, der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald Sonderprüfungen.
Insgesamt werden rund 250 Kilometer zurückgelegt. Die letzte Prüfung
findet am 20. Juni 2004 in Gerlingen statt. Dazu wird die Innenstadt
gesperrt und ein rund 650 Meter langer Rundkurs abgegrenzt. Dort finden
im Anschluss an die letzte Wertungsprüfung der Rallye Demonstrationsläufe
von Solitude-Rennwagen, Motorrädern und Gespannen statt. Ein Schwerpunkt
dieser Demonstrationsläufe ist die Präsentation der Stuttgarter
Motorrad-Marken.
Weitere Informationen über die Aktivitäten des Fördervereins
finden Sie unter http://www.solitude-revival.de.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne unter der Telefonnummer
07 11 / 6 40 20 02 zur Verfügung.
19.02.2004
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16 Stuttgarter Motorradmarken
Der Verein Solitude Revival recherchiert ein weiteres Stück Stadtgeschichte
SOLITUDE - Der Förderverein Solitude Revival präsentierte auf der Oldtimermesse Retro Classics erstmals Stuttgarter Motorradmarken. Bis zum Messebeginn am 27. Februar konnten die Historiker des Vereins 15 Marken nachweisen. Durch einen Neukontakt auf der Messe kam eine zusätzliche Marke hinzu.
In der Ostendstraße entstanden in den zwanziger Jahren "Joma"-Motorräder. Manfred Höllwarth besitzt das einzige bekannte Exemplar. Vor vielen Jahren erwarb er ein Motorrad, von dem er nur wusste, dass es in der Ostendstraße gebaut wurde und angeblich "Joma" heißen sollte. Tagelange Recherchen im Rathaus brachten schließlich Klarheit. Höllwarth fand in einem Firmenverzeichnis von 1920 die Joseph Maier Fahrzeug und Lichtmaschinenbau AG Stuttgart in der Ostendstraße - und er kombinierte. Die beiden Anfangsbuchstaben des Namens führten zu dem Namen des Motorrads.
Größtes Interesse löste auch das auf dem Solitude Revival-Stand ausgestellte Motorrad Klotz FA 250 aus, eine 175 Kilogramm schwere Maschine mit einem Zweitakt-Motor, dessen 6,6 PS rund 110 Km/h Höchstgeschwindigkeit möglich machten. Das ausgestellte Exemplar ist unrestauriert und hat Features wie eine Fußrastenanlage statt Trittbretter sowie Kettenantrieb statt Riemenantrieb, was auf eine motorsportliche Vergangenheit hinweist. Durch die Messe kam Schwung in die Recherchen über die Marke Eugen Klotz, damals in der Stuttgarter Bahnhofstraße ansässig. Die Pläne für das erste Klotz-Motorrad hatte Wilhelm Gutbrod gezeichnet, der Vater der wesentlich bekannteren Standard-Motorräder. Somit ist Klotz der unmittelbare Vorgänger der Standard-Motorräder. Durch Kontakte auf der Messe ist bekannt geworden, dass von den Klotz-Motorrädern wohl noch sieben Exemplare existent sind, nur wenige davon aber fahrbereit. Insgesamt produzierte die 1862 gegründete Maschinenfabrik in der Bahnhofstraße rund 150 Motorräder.
Zur Erinnerung: Während des Stadt-Grand-Prix in Gerlingen (http://www.stadt-grand-prix.de) am 20. Juni 2004 werden die Stuttgarter Motorräder das nächste Mal zu sehen und zu erleben sein. Einige Besitzer haben bereits zugesagt, Demonstrationsrunden zu drehen. Der 650 Meter lange Rundkurs führt übrigens am Geburtshaus von Wilhelm Gutbrod vorbei.
Der Stand des Solitude Revival e.V. auf der Retro Classics war auch in diesem Jahr Treffpunkt von Rennfahrer-Legenden. Unter anderem kamen der dreimalige Deutsche Meister Heiner Butz, der als bester Deutscher das Solitude-Rennen 1960 auf einer 500 ccm-Norton bestritt. Auch der zweimalige Weltmeister Dieter Braun und der zweimalige Deutsche Meister Lothar John schnupperten Solitude-Ambiente. John fuhr BMW, Bultaco und Honda. Lokalmatador Roland Heck fuhr Rennwagen und Motorräder. Er war erfolgreichster deutscher Solitude-Teilnehmer 1956 und bestritt 1965 das Formel V-Rennen auf einem der ersten nach Deutschland importierten Fahrzeuge, das auf der Retro Classics ebenfalls zu sehen war. Auch Gerd Bender aus Reutlingen ist ein Lokalmatador. Der erfolgreiche Grand-Prix-Fahrer der siebziger Jahre und sechsfache Deutsche Meister baute auch eigene Rennmaschinen. Otto Walz aus Herrenberg war mehrfacher Deutscher Meister im Motocross und nahm an vielen Solitude-Prüfungsfahrten für Motorräder teil.
Solitude-Rennfahrer und Solitude Revival-Gründungsmitglieder Eberhard Mahle, Herbert Linge und Walter Schock signierten Autogrammkarten und Bücher und plauderten mit den einstigen Rallye Solitude-Fahrern Werner Müller, Hans Binder und Klöpfer.
Stuttgarter Wochenblatt 11.03.2004
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Die Stuttgarter
Motorradmarken und ihre
Produktionsstätten
Quelle: http://www.solitude-memorial.de/id_srm04c.htm |
| Auto-Ell |
Ell
Motorradbau, Stuttgart, Herzogstraße 7 |
| Fubo |
Fuchs & Börner, Motorradbau, Stuttgart, Falkertstraße
71 |
| G. A. R. |
G.
Adolf Rempp, Münster am Neckar |
| Heinkel |
Ernst Heinkel AG, Stuttgart-Zuffenhausen, H.-Hirth-Straße
41 |
| Hirth |
Hellmut Hirth, Stuttgart-Cannstatt, Pragstraße 34 |
| JOMA |
Joseph Maier AG, Stuttgart, Ostendstraße |
| Klotz |
Eugen Klotz Maschinenfabrik, Bahnhofstraße 129 |
| K. M. S. |
Kunz & Müller Motorradwerk, Stuttgart, Militärstraße
88b |
| Kreidler |
Kornwestheim und Stuttgart-Zuffenhausen |
| Lupus |
Lupus Motorenbau, Stuttgart, Landhausstraße 43 |
| Moto-Sport |
Metzger & Schlegel K.G., Fellbach, Eppinger Straße 5a |
| Standard |
Standard Fahrzeugfabrik GmbH, Ludwigsburg,
Hindenburgstr.40 |
| Standard |
Wilhelm Gutbrod, Plochingen am Neckar/Gränichen Schweiz |
| Stolco |
Stollstein & Co., Stuttgart, Ostendstraße 83 |
| Strolch |
G.
Gassmann, Stuttgart-Untertürkheim, Hindelanger Str. 15 |
| U. T. (1922-1926)
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UT-Motoren - & Fahrzeugbau, Stuttgart-Untertürkheim, Im Häldle 9 |
| U. T. (1927-1930) |
Bergmüller & Co. Maschinenfabrik,
Stuttgart-Vaihingen |
| U. T. (1931-1962) |
Schwenk & Schürle GmbH, Stuttgart-Möhringen |
| Vollblut |
Klein, Schäberle & Co. Stuttgart, Böblinger Straße
92 |
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| Stuttgarter Zeitung, 28.02.2004
Auf einer Klotz mit 3,5 PS die Hügel hinaufdonnern
Die Oldtimermesse Retro Classics erlaubt auch einen Blick in Stuttgarts Geschichte als Motorradstadt
Seit gestern haben die Oldtimerfans aus der Region nur ein Ziel: die Retro Classics in den Messehallen auf dem Killesberg. An einigen Ständen kann man sich ein Bild machen von einem bisher wenig beachteten Thema: Stuttgart als Motorradstadt.
Von Jürgen Brand
In den 1920er Jahren wollten auch die Stuttgarter endlich mal schneller vorankommen, als immer nur mit dieser mühsamen Treterei auf dem Fahrrad, zumal die Stadt wegen ihrer Hügel denkbar ungeeignet für Radfahrer ist. Ein bezahlbares, motorisiertes Fortbewegungsmittel musste her. Doch ein Auto konnte sich die Masse nicht leisten, blieb also nur die Weiterentwicklung des Fahrrads zum Motorrad. Egal ob Fischhändler oder Gemüselieferant, viele sahen damals darin eine Marktlücke - und fingen an, an einem neuen Gefährt zu basteln. Mitte der 20er Jahre gab es zeitweise bis zu 15 Motorradmarken in Stuttgart. Die Suche nach Spuren dieser Marken ist heute zum Teil ausgesprochen schwierig.
Eine
dieser Marken war UT. Daimler-Mitarbeiter wissen sofort, was die zwei
Buchstaben bedeuten, wird Untertürkheim doch bis heute im Sprachgebrauch
des Konzerns so abgekürzt. Der Gründer der Firma "UT.
Motoren- & Fahrzeugbau'', Hermann Scheihing, hatte auch bei der
Daimler-Motoren-Gesellschaft in Untertürkheim gearbeitet, bevor
er sich 1922 mit einer eigenen mechanischen Werkstätte selbstständig
machte. Scheihing und seine Frau Else waren beide begeisterte Motorradfahrer,
da lag es nahe, selbst ein eigenes Modell zu entwickeln. 1924 war die
erste UT fertig, mit Zweitaktmotor, 250 Kubikzentimetern, tiefem Schwerpunkt
und sorgfältiger
Verarbeitung - Letzteres übrigens ein Kennzeichen aller Motorräder
aus Stuttgarter Werkstätten. Als die Werkstatt in Untertürkheim
zu klein wurde, Scheihing in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten
die erforderlichen Investitionen aber nicht aufbringen konnte, übergab
er seine Motorradproduktion 1927 an die Maschinenfabrik Bergmüller & Co
in Vaihingen auf den Fildern. Später ging die UT-Produktion an
das Möhringer Unternehmen Schwenk & Schürle über,
die Motorräder wurden bis 1962 produziert.
Ein anderes Beispiel aus der Stuttgarter Motorradgeschichte sind die Klotz-Motorräder, auf deren Basis später auch die bekannten und weiter verbreiteten Standard-Motorräder entstanden. Die Firma Eugen Klotz in der Stuttgarter Bahnhofstraße war eigentlich eine alteingesessene Maschinenfabrik, 1862 gegründet. Die Pläne für die erste Klotz hatte Wilhelm Gutbrod im Krankenbett gezeichnet und sie seinem Kameraden Eugen Klotz gegeben, der dann von 1923 bis 1926 rund 150 Motorräder baute. So eine Klotz hatte einen Zweitaktmotor, genau 249,5 Kubikzentimeter Hubraum und in etwa 3,5 PS. Sie hatte eine Reichweite von etwa 100 Kilometern. Als der Konkurrenzkampf auf dem Motorradmarkt immer härter wurde, gab Klotz auf. Ein Grund dafür war auch, dass Wilhelm Gutbrod in eben diesem Jahr 1926 in der Ludwigsburger Reiterkaserne seine Standard-Werke gründete. Die erste Standard basierte auf einer Original-Klotz - und wurde zu einem der erfolgreichsten Motorräder ihrer Zeit.
Bei der Retro Classics sind einige Exemplare dieser ausgestorbenen Motorradmarken zu bewundern. Am Solitude-Revival-Stand in Halle 4 steht zum Beispiel eine UT - und der Besitzer ist auch nicht weit. Günter Wolf ist selbst Diplomingenieur, war allerdings vor allem im Flugzeugbau tätig. Der gebürtige Untertürkheimer ist der UT-Spezialist schlechthin; er besitzt auch noch alte Fotos von der ersten UT-Werkstatt und hat zwei UTs in der Garage stehen.
Alfred Stierle wird rund um die Motorradstände auf der Messe nur "der Klotz-Papst'' genannt. Der gelernte Mechaniker aus Weil der Stadt, Stadtteil Merklingen, hat in den vergangenen Jahren so viel über Klotz zusammengetragen, wie er nur finden konnte. Inzwischen besitzt er vier komplette Klotz-Maschinen, außerdem etliche Einzelteile wie Motoren, Getriebe und Ähnliches. "Man braucht viel Glück, dass man überhaupt noch an Teile kommt.'' Mit so ein bisschen Glück wird man aber sogar im Internetauktionshaus Ebay fündig, wo einer der Messebesucher erst vor kurzem ein Original-Klotz-Teil versteigert hat. Auch einige von Stierles Klotz-Maschinen sind in Halle 4 der Retro Classics zu bewundern.
Die Oldtimermesse auf dem Killesberg ist heute und morgen jeweils von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Heute, Samstag, wird von 19 bis 2 Uhr die Retro Night mit Livemusik und Showprogramm gefeiert.
www.retroclassics.de 2004
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